Pauschale Beihilfe -
„Hamburger-Modell“

Hamburger Beamte bekommen einen Zuschuss zur Krankenversicherung. Das Land Hamburg öffnet seinen Beamten seit dem 01. August 2018 die TĂŒr zur GKV. Alles, was du ĂŒber das sogenannte „Hamburger-Modell“ wissen solltest, erklĂ€ren wir dir in diesem Artikel!

ACHTUNG: Der Inhalt dieser Seite beruht auf persönlichen Recherchen. FĂŒr Richtigkeit, AktualitĂ€t und Rechtssicherheit wird keine Haftung ĂŒbernommen. Rechtssichere AuskĂŒnfte erhĂ€ltst du nur von deiner Beihilfestelle!

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Hamburger Modell?

Ein Angestellter, der in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert ist, zahlt i.d.R. nur 50 Prozent des Beitrags. Die anderen 50 Prozent zahlt der Arbeitgeber. Bei Beamten war das nicht so. Ein Beamter, der sich weiterhin als freiwilliges Mitglied in der GKV versichert hat, musste den kompletten Beitrag (100 Prozent) selbst bezahlen. Das hat man nun mit der EinfĂŒhrung des Hamburger Modells geĂ€ndert.

Es wird Hamburger Modell genannt, weil das Land Hamburg seinen Beamten als erstes Bundesland ĂŒberhaupt, die Möglichkeit geboten hat, in der GKV zu bleiben und ihnen pauschal 50 Prozent des Beitrags zur gesetzlichen Krankenversicherung zahlt. Der Dienstherr ĂŒbernimmt also den Arbeitgeberanteil analog zum Angestellten. Und weil der Dienstherr pauschal 50 Prozent Arbeitgeberanteil ĂŒbernimmt, hat man es pauschale Beihilfe genannt.

Die pauschale Beihilfe (Hamburger Modell).

Informationen zur pauschalen Beihilfe:

    • die Beihilfe beteiligt sich grundsĂ€tzlich mit dem hĂ€lftigen Beitrag an der GKV.
    • Der Höchstbetrag fĂŒr das Jahr 2022 sind max. 384,58 Euro pro Kalendermonat. Allerdings nur fĂŒr die Krankenversicherung. 
    • Der Beitrag zur Pflegeversicherung wird nicht Anteilig bezuschusst, sondern ist zu 100 Prozent vom Beamten zu entrichten.
    • die Pauschale Beihilfe bezieht sich nicht auf die entstandenen Kosten (Aufwendungen), sondern nur auf den Beitrag.
    • Kinder können i.d.R. in der beitragsfreien Familienversicherung mitversichert werden.

Wie war es bisher?

    • Die Beihilfe hat sich bisher ausschließlich individuell an den Kosten (Aufwendungen) beteiligt.
    • Heißt, der Beamte ist zum Arzt gegangen, hat sich behandeln lassen und hat im Anschluss zwei Rechnungen nach Hause geschickt bekommen. Das Original und eine Kopie.
    • Die Kopie wurde an die Beihilfe geschickt und die hat je nach Beihilfebemessungssatz 50, 70, 80 oder sogar 90 Prozent der Rechnung erstattet. 
    • Das Original hat er an die private Krankenversicherung (PKV) geschickt, bei der der Beamte eine sogenannte Restkostenversicherung abgeschlossen hat. Diese hat ihm dann fehlenden Anteil erstattet.

Die Beihilfe hat sich also nicht pauschal am Beitrag, sondern an den individuell entstandenen Kosten beteiligt. Deswegen heißt es: individuelle Beihilfe. 

 

Die individuelle Beihilfe (Beihilfe + PKV).

Mit der INDIVIDUELLEN Beihilfe ist die bisherige Form der Beihilfe gemeint:

    • Der Standard-Beamte – also der ledige Beamte ohne Kinder – hat einen Beihilfeanspruch von 50 Prozent Beihilfe, solange er im aktiven Dienst ist.
    • I.d.R. erhöht sich der Beihilfeanspruch ab dem zweiten Kind auf 70 Prozent. Ausnahme: In Hessen und Bremen, da gelten andere Beihilfevorschriften. Außerdem gibt es BundeslĂ€nder, die ihren Beamten bereits beim ersten Kind wĂ€hrend der Elternzeit 70 Prozent Beihilfe gewĂ€hren (z.B. Bayern).
    • Beamte, die in den wohlverdienten Ruhestand gehen (VersorgungsempfĂ€nger) erhalten einen Beihilfeanspruch von ebenfalls auf 70 Prozent.
    • Ehegatten haben i.d.R. einen Beihilfeanspruch von 70 Prozent.
    • Kinder haben einen Beihilfeanspruch von 80 Prozent.
    • Sofern der Beamte und der Ehegatte beide unter der Beitragsbemessungsgrenze verdienen, können Kinder i.d.R. im Zuge der Familienversicherung beitragsfrei in der gesetzlichen Krankenversicherung des Ehegatten mitversichert werden.

Vor- und Nachteile der pauschalen Beihilfe
(GKV + Zuschuss der Beihilfe).

(Gesetzliche Krankenversicherung + 50 Prozent Beitragszuschuss vom Dienstherrn)

Vorteile:

    • Du musst dich nicht mit dem Thema private Krankenversicherung auseinandersetzen (ist bequem).
    • Du musst dich nicht mit Rechnungen herumschlagen, sondern legst – wie bisher – einfach deine Versicherungskarte vor.
    • Kinder und Ehegatten sind kostenlos ĂŒber die Familienversicherung mitversichert.
  •  

Nachteile:

    • Als PensionĂ€r bleibt der Zuschuss begrenzt auf 50 Prozent des Beitrags.
    • Höhere Beitragssteigerung als in der PKV! Laut einer Berechnung auf Basis von BAD (2022), BMG (2013 bis 2022a+b) und PKV Verband, ist die durchschnittliche Beitragsbelastung in der GKV um 3,4 Prozent und in der PKV um 2,8 Prozent pro Jahr gestiegen.
    • Du erhĂ€ltst keinen Zuschuss aus der Krankenversicherung der Rentner, wie z.B. ein Angestellter
    • Die Berechnung deines Beitrags als PensionĂ€r erfolgt auf der Grundlage aller EinkĂŒnfte! Hast du fĂŒrs Alter vorgesorgt? Hast du Immobilien geerbt oder gekauft, die du vermietest? Hast du Geld fĂŒr SpĂ€ter angelegt und bekommst Zinsen? Super! Deine gesetzliche Krankenversicherung freut sich, denn sie holt sich ein fettes StĂŒck vom Kuchen.
    • Die Leistungen in der GKV sind im §12 Sozialgesetzbuch V definiert und mĂŒssen ausreichend, zweckmĂ€ĂŸig und wirtschaftlich sein. Auf gut Deutsch: GĂŒnstig!
    • Außerdem kĂŒrzt die GKV die Leistungen nahezu jĂ€hrlich. Ein Grund dafĂŒr ist die demographische Entwicklung der Bevölkerung. Dazu spĂ€ter mehr!
    • Der Beitrag zur Pflegeversicherung ist in der GKV deutlich teurer. 2020 lag er bei bis zu 155 Euro pro Person. 

Vor- und Nachteile der individuellen Beihilfe
(PKV + Beihilfe).

(Private Krankenversicherung + Beihilfe)

Vorteile:

    • Du kannst dir den Versicherungsschutz so zusammenstellen, wie du möchtest.
    • Dein Beitrag richtet sich nach Eintrittsalter und Gesundheitszustand, und nicht nach deinem Einkommen.
    • Du musst aus diesem Grund auch nicht bei jeder erreichten Erfahrungsstufe „Lohnerhöhung“ (alle 2 bzw. 3 Jahre) mehr Beitrag zahlen.
    • Dein Beitrag reduziert sich i.d.R., wenn du mehr als 1 Kind hast.
    • Als PensionĂ€r musst du nur noch 30 Prozent ĂŒber die PKV absichern, dadurch reduziert sich dein Beitrag ebenfalls. (Achtung: in Hessen und Bremen ist es etwas anders!)
    • Renten aus privater Altersvorsorge, Mieteinnahmen und KapitalertrĂ€ge (ZinsertrĂ€ge) spielen fĂŒr die PKV keine Rolle. Auch nicht, wenn du pensioniert wirst!
    • Die PKV Leistungen sind Vertraglich geregelt. Somit kann die PKV nicht einfach Leistungen kĂŒrzen oder gar gĂ€nzlich Streichen.
    • Die private Krankenversicherung bildet – anders als die GKV – AlterungsrĂŒckstellungen
    • Beitrag zur Pflegeversicherung ist gĂŒnstiger als in der GKV. Im Schnitt liegt sie bei rund 30 Euro im Monat. 

Nachteile:

    • Du musst dich mit dem Thema private Krankenversicherung beschĂ€ftigen.
    • Du musst dich mit Rechnungen vom Arzt auseinandersetzen.
    • Kinder und Ehegatten (Hausfrau/Hausmann) sind nicht beitragsfrei mitversichert, sondern mĂŒssen einen individuellen Beitrag zahlen. 

Leistungsvorteile bei der Kombination aus Beihilfe und PKV.

Wir erinnern uns. In der gesetzlichen Krankenversicherung sind die Leistungen laut Sozialgesetzbuch V geregelt und mĂŒssen nur ausreichend und vor allem wirtschaftlich (gĂŒnstig) sein.

Die Leistungen der individuellen Beihilfe sind alleine schon an vielen Stellen deutlich besser, als in der gesetzlichen Krankenversicherung!!!

  • Die Beihilfe bezahlt ambulante Behandlungen im Krankenhaus und bei PrivatĂ€rzten (i.d.R. sogar Privatkliniken).
  • Der Beamte mit individueller Beihilfe hat (ohne vorherige Genehmigung durch den gemeinsamen Bundesausschuss) Zugang zu innovativen Diagnose- und Behandlungsmethoden.
  • Die Beihilfe bezahlt den Arzt nach der aktuellen GebĂŒhrenordnung und nicht nach Festgesetzen Budgets. Dadurch bekommst du auch schneller Termine bei den meisten FachĂ€rzten und musst nicht warten, bis diese ein neues Budget erhalten.
  • Beim Zahnersatz werden die tatsĂ€chlichen Kosten erstattet und nicht nach Festkostenzuschusssystem.
  • Du Beihilfe ĂŒbernimmt bis zu einer gewissen Anzahl (Höchstzahl) sogar Implantate. (Achtung: Bei BeamtenanwĂ€rtern nicht immer!)
  • Die Beihilfe erstattet auch bei Behandlungen durch Heilpraktiker. Bei der GKV steht das nicht im Leistungskatalog.
  • Die beihilfefĂ€higen HöchstbetrĂ€ge fĂŒr HörgerĂ€te liegen deutlich höher, als bei der GKV.
  • Je nach Bundesland werden auch Wahlleistungen (Zweibettzimmer und Chef-/Wahlarztbehandlung) von der Beihilfe ĂŒbernommen! Zum Beispiel von der Bundesbeihilfe, Beihilfe NRW, ThĂŒringen, Bayern und Baden-WĂŒrttemberg und noch einige andere…)

Wer kann die pauschale Beihilfe beantragen?

  • Neue Beamte und Beamtinnen, die vor Beginn der Verbeamtung in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert waren, haben von Beginn an die freie Wahl zwischenindividuelle Beihilfe und pauschale Beihilfe.
  • Beamte, die sich schon damals ohne Beihilfe als freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert haben. Sie können nun ebenfalls die pauschale Beihilfe beantragen.
  • Beamte, die bereits privat krankenversichert sind. Sie können ihren Krankenversicherungsschutz auf eine einhundert Prozent Versicherung und auf die Pauschale umstellen. Achtung, hier gilt es HöchstbeitrĂ€ge zu berĂŒcksichtigen. Dieser Höchstsatz richtet sich nach der Höhe des Basistarifs. Im Jahre 2022 war der Höchstbeitrag im Basistarif pro Person 769,16 Euro im Monat. Die Pauschale wird maximal zur HĂ€lfte dieser Höhe gewĂ€hrt (384,58 Euro). Der Höchstbeitrag Ă€ndert sich i.d.R. jĂ€hrlich. Sollten diese Zahlen nĂ€chstes Jahr nicht mehr aktuell sein: Sprecht uns an, wir verraten euch gerne den neuen Höchstsatz.

Wer kann die pauschale Beihilfe NICHT beantragen?

  • HeilfĂŒrsorgeberechtigte Beamte fĂŒr die Zeit ihres Anspruchs auf freie HeilfĂŒrsorge und deren Angehörige.
  • Beurlaubte Personen ohne Beihilfeberechtigung fĂŒr die Dauer der Beurlaubung (z.B. Sabbatjahr).

ACHTUNG: Die Entscheidung kann NICHT widerrufen werden!

  • Die Entscheidung fĂŒr die pauschale Beihilfe ist bindend! Sie ist freiwillig und kann nicht mehr widerrufen werden!
  • Es ist nicht möglich, zwischen den beiden Varianten Hin und Her zu wechseln, wie es Dir gerade beliebt bzw. wie es gerade fĂŒr Dich von Vorteil ist.
  • Solltest du in ein anderes Bundesland versetzt werden, dass ihren Beamten nicht die Möglichkeit des Hamburger Modells bietet, musst du den kompletten Beitrag zur GKV selbst bezahlen!
  • WĂ€ge also genau ab, welche Variante fĂŒr Dich auf lange Sicht die Bessere ist und triff keine Entscheidung aus Bequemlichkeit!
  • Der einfachste Weg ist meist nicht der Beste. Aber wir helfen dir, die richtige Entscheidung zu treffen!

FĂŒr wen lohnt sich die Pauschale Beihilfe (Hamburger- Modell)?

Diese Frage lĂ€sst sich gar nicht so leicht und vor allem nicht allgemeingĂŒltig beantworten…

Wir können aber die Frage beantworten, wer hat sich bisher ĂŒberwiegend fĂŒr die pauschale Beihilfe entschieden?

Bisher haben ca. 2.400 der 42.000 Hamburger Landesbeamten die pauschale Beihilfe beantragt. Das sind gerade einmal 6 Prozent. Davon lassen sich einer Statistik zufolge ungefÀhr 80 Prozent einem speziellen Personenkreis zuordnen. Die meisten sind oder waren:

1. Schon vorher in der Gesetzlichen Krankenversicherung versichert waren.

Der Großteil dieser Personen war bereits vor dem 1. August 2018 als freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert!

2. Überwiegend Beamte in niedrigen Besoldungsgruppen.

Meist handelte es sich um Beamte, in niedrigen Besoldungsgruppen (ĂŒberwiegend einfacher Dienst – A2, A3, A4 – und schon deutlich weniger aus dem mittleren Dienst – A6 und A7).

3. Oft lagen zum Zeitpunkt der Verbeamtung schwere Vorerkrankungen vor.

4. Beamte, die die spezielle Öffnungsklausel fĂŒr Beamte nicht genutzt oder das Zeitfenster von 6 Monaten verpasst haben oder nicht bereit waren, einen hohe Risikozuschlag zu zahlen.

5. Die einen Ehegatten zuhause haben (z.B. Hausfrau bzw. Hausmann), der hĂ€tte mitversichert werden mĂŒssen (eigener Beitrag)

6. Oder viele Kinder haben (Großfamilie mit 5, 6 oder mehr Kindern)

Was uns aufgefallen ist!

    • Meist reicht einer der oben genannten Faktoren nicht einmal aus! Bei vielen der 2.400 Landesbeamten, die sich fĂŒr das Hamburger Modell entschieden haben, lagen oft mehrere Faktoren vor. Zum Beispiel: Diverse Vorerkrankungen, Ehegatte in Elternzeit zuhause, sowie viele Kinder und sie kamen zum grĂ¶ĂŸten Teil aus dem einfachen Dienst (Besoldungsgruppe A5 bis A7). 
    • Von den gut verdienenden Beamten haben sich gerade einmal 20 Prozent der Lehrer, Richter, Professoren und anderen Beamten im Gehobenen oder Höheren Dienst fĂŒr das Hamburger Modell (pauschale Beihilfe) entscheiden!

Warum fĂŒhren einige BundeslĂ€nder das Hamburger Modell ein und welche?

Der PKV Verband, so schreibt er in der Stellungnahme, „Eine Bewertung des Hamburger Modells“ vermutet hinter der EinfĂŒhrung des Hamburger Modells ein politisches Ziel. Beamte sollen mit dem Arbeitgeberzuschuss dazu animiert werden, in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben. 

Unser Gesundheitsminister Karl Lauterbach weiß, dass die gesetzliche Krankenversicherung durch den demographischen Wandel vor einem gravierenden Problem und einer echten Mammutaufgabe steht. Dadurch, dass die durchschnittsdeutsche Frau nur noch 1,58 Kinder gebĂ€rt, vergreisen (Überalterung) wir langsam. Die geburtenstarken JahrgĂ€nge kommen nun ins Rentenalter bzw. Pensionsalter und somit mĂŒssen immer weniger junge Menschen, die prozentual immer mehr alten und damit i.d.R. auch „teureren“ Menschen finanzieren. Die gesetzliche Krankenversicherung bildet – im Gegensatz zur privaten Krankenversicherung – keine AlterungsrĂŒckstellungen. Sie ist umlagefinanziert. Mit den Einnahmen, begleicht man die Ausgaben. Man spricht vom Von-der-Hand-in-den-Mund Prinzip

Die private Krankenversicherung – so hat unser Experte Michael Buchholz berechnet – hat genĂŒgend AlterungsrĂŒckstellungen gebildet, um davon ca. 8 Jahre lang die Kosten fĂŒr ihre Versicherten zahlen zu können. Der gesetzlichen Krankenversicherung ginge bereits nach 1-2 Monaten die Puste aus.

Schon jetzt ist die GKV nicht mehr in der Lage, die Kosten komplett allein zu finanzieren. Unser Staat musste im Jahr 2022 rund 28,5 Milliarden Euro aus Steuergeldern in die gesetzliche Krankenversicherung pumpen. Quelle: de.statista.com. Tendenz: JĂ€hrlich steigend! Im Jahr 2021 lagen die Ausgaben der GKV bei 285,0 Milliarden Euro. Quelle: www.vdek.com.

Karl Lauterbach (SPD) sieht im Hamburger Modell einen „großartigen Schritt in Richtung BĂŒrgerversicherung“, der er in den letzten 20 Jahren nicht nĂ€her gekommen ist. Aber eines sollte jedem klar sein: Beamte verdienen gut. Ihre BeitrĂ€ge wĂŒrden das marode System GKV etwas lĂ€nger am Leben halten bzw. der Politik mehr Zeit geben, eine Lösung fĂŒr eines unserer grĂ¶ĂŸten Probleme zu finden, so meine persönliche Meinung!

AuffĂ€llig ist auf jeden Fall, dass vor allem die SPD regierten LĂ€nder sind (Karl Lauterbach, SPD), die das Hamburger Modell und somit die BĂŒrgerversicherung fĂŒr Beamte befĂŒrworten und einfĂŒhren. Bremen, Brandenburg, ThĂŒringen und nun Baden-WĂŒrttemberg, so die Anmerkung des PKV Verbandes in ihrer Bewertung des Hamburger Modells. Wohingegen CDU gefĂŒhrte LĂ€nder sich klar gegen das Hamburger Modell entscheiden.

Außerdem könnte sich der augenscheinliche Hauptvorteil der GKV vielleicht schon in KĂŒrze in Luft auflösen. Die Beitragsfreie Familienversicherung. Ehegatten und Kinder – so möchte es Michael Kretschmer (Sachsens MinisterprĂ€sident, CDU) durchsetzen – sollen 100 Prozent Beihilfeanspruch bekommen, so dass damit Angehörige von Beamten, die PKV versichert sind, ebenfalls durch die komplette KostenĂŒbernahme der Beihilfe beitragsfrei mitversichert wĂ€ren. Vermutlich brauchen die Kinder dann nur noch einen BeihilfeergĂ€nzungstarif, um die LĂŒcken der Beihilfe auszugleichen. Allerdings hĂ€tten sie allein schon ĂŒber die Beihilfe schon deutlich mehr Leistungen, als in der GKV, die beinahe jĂ€hrlich Leistungen streicht. Ob sich Michael Kretschmer allerdings durchsetzen wird, steht noch in den Sternen. 

Der PKV Verband amĂŒsiert sich auch ĂŒber die SelbstbeweihrĂ€ucherung der Politik, man wĂŒrde damit die „Wahlfreiheit“ der Beamten stĂ€rken. Viele Beamte haben Angst, sie könnten die BeitrĂ€ge zur privaten Krankenversicherung im Alter vielleicht nicht mehr bezahlen. Schließlich ist es ja das Vorurteil schlechthin, das man stĂ€ndig in den Medien hört: „Private Krankenversicherung im Alter zu teuer!“, oder „Jung angelockt, alt abgezockt!“, sind Vorteile und Parolen, die jeder schon einmal gehört hat. Deswegen wĂŒrden viele lieber in der GKV bleiben. Da weiß man zwar, dass es auch nicht toll ist, aber man hat das GefĂŒhl, man weiß, was man hat. 

Aber stimmen diese Vorurteile ĂŒberhaupt? Und noch wichtiger: Treffen sie ĂŒberhaupt auf Beamte zu? FrĂŒher war es so. Zumindest bei SelbststĂ€ndigen und Angestellten. Damals gab es Tarife ohne AltersrĂŒckstellungen und Tarife, die viel zu billig kalkuliert wurden. Heute können wir aber ganz klar sagen: NEIN! Die Tarife von frĂŒher, haben nichts mehr mit der Tarifwelt ab 2000 zu tun. 2001 hat der Gesetzgeber sogar noch zusĂ€tzlichen einen Zuschlag in Höhe von 10 Prozent fĂŒr AlterungsrĂŒckstellungen eingefĂŒhrt. Obendrein sind es nicht die Beamten, die in den Polit-Talkshows sitzen und sich beklagen. Es sind eben hauptsĂ€chlich SelbststĂ€ndige und Angestellte. Beamte zahlen aktuell im Pensionsalter sogar deutlich weniger. Laut einer aktuellen Studie des PKV Verbands zahlt der Beamte durchschnittlich einen Beitrag in Höhe von 211 Euro fĂŒr die PKV. In der GKV LĂ€ger der Beitrag bei einem Einkommen in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze bei 384 Euro. Das ist beinahe doppelt so viel!

Und in der PKV gibt es den Standard-Tarif und den Basis-Tarif. Der Basis-Tarif der PKV ist quasi die Kopie der gesetzlichen Krankenversicherung, in die der Beamte jederzeit wechseln könnte. Somit kann sich der Beamte bereits jetzt im Alter gesetzlich versichern, nur eben bei seiner privaten Krankenversicherung. Und er muss nur den fehlenden Beihilfeanteil Prozentual absichern. Man könnte also frech sagen, dass Hamburger Modell existiert schon lange, nur eben ĂŒber die PKV und nicht ĂŒber die GKV, und die Möglichkeit haben die Beamten auch in den BundeslĂ€ndern, die kein Hamburger Modell bieten. 

Der PKV Verband kommt letztendlich zum Entschluss, dass die angebliche „Wahlfreiheit“ im Kontext zum Hamburger Modell eine „bewusste IrrefĂŒhrung der Öffentlichkeit“ darstellt. Und obendrein – so vermutet der PKV Verband – fĂŒhrt es fĂŒr eine Verschiebung schlechter finanziellen und Gesundheitsrisiken von der PKV zur GKV, was das Problem der GKV sogar noch verschlimmern, statt verbessern wĂŒrde. Sie Abschnitt: FĂŒr wen lohnt sich das Hamburger Modell? 

Es sind nĂ€mlich – so zeigen Beobachtungen – hauptsĂ€chlich die Kranken, eher niedrig besoldeten Beamten mit diversen Vorerkrankungen und vielen Kindern, die sich fĂŒr das Hamburger Modell entscheiden. Also die, die somit viel weniger Beitrag in der GKV zahlen, als das sie Kosten verursachen. Ein politisches Eigentor!, wĂŒrde ich sagen.

Das Landesfinanzministerium Baden-WĂŒrttemberg prognostiziert im Zuge der EinfĂŒhrung des Hamburger Modells zum 01. Januar 2023 in Baden-WĂŒrttemberg, das bis 2026 ĂŒber 76 Millionen Euro mehr Kosten auf das Land zukommen. Bis 2030 prognostiziert das Landesfinanzministerium sogar Mehrkosten in Höhe von ĂŒber 200 Millionen Euro. Der Vorsitzendes des PKV-Verbandes Dr. Ralf Kantak, sagte zur Ärztezeitung, „Dieses Geld wĂŒrde im Landeshaushalt dann fĂŒr andere Aufgaben und Leistungen zum Beispiel in der Bildung oder der Polizei fehlen.“

Unser Tipp.

Triff keine voreilige Entscheidung! 

Bleib nicht in der gesetzliche Krankenversicherung, nur weil du Àngstlich und zu bequem bist, dich mit dem Thema private Krankenversicherung auseinanderzusetzen. 

Oder, weil du mal in den Medien aufgeschnappt hast, dass die PKV im Alter so teuer ist. Als Beamter wird dein Beitrag im Alter in der PKV vermutlich deutlich gĂŒnstiger sein, als in der GKV. 

Und, dann sind da noch die krassen Leistungsunterschiede. Vergiss nicht, die GKV kĂŒrzt beinahe jĂ€hrlich den Leistungskatalog. Du musst beim Arzt immer mehr selbst bezahlen, was durch den demographischen Wandel leider auch nicht anders finanzierbar ist. 

Und wenn du die fehlenden Leistungen der GKV irgendwann mit privaten Zusatztarifen (Brille, Zahnzusatz, Wahlleistungen im Krankenhaus etc.) aufstockst, wirst du viel mehr zahlen mĂŒssen, als wenn du dich bei der Verbeamtung privat krankenversichert hĂ€ttest. 

Sieh die private Krankenversicherung nicht als BĂŒrde! Sie ist die Chance endlich den Versicherungsschutz zu bekommen, den du brauchst. Und du musst nur zwischen 10 und 50 Prozent bei der PKV absichern, weil dein Dienstherr je nach Lebenssituation zwischen 50 und 90 Prozent der Kosten trĂ€gt.  

Tu dir selbst nur einen Gefallen: Mach es nur nicht allein! Lass dich BITTE von einem Profi beraten! Beim Abschluss bzw. der Auswahl einer PKV kann vieles schiefgehen. Die private Krankenversicherung ist mega, wenn man sich fĂŒr eine wirklich Gute entscheidet und alles richtig macht. Sich die Leistungen vernĂŒnftig erlĂ€utern lĂ€sst, die Gesundheitsfragen richtig beantwortet, RisikozuschlĂ€ge fĂŒr eventuelle Vorerkrankungen anonym abklĂ€ren lĂ€sst und, und, und… 

Keine Sorge, wir lassen dich nicht allein und beraten dich gerne!

Trage dich in unserem Kontaktformular ein und lass dich von uns beraten. Wir sprechen beamtisch!

Übrigens: Unsere Beratung ist fĂŒr dich kostenlos!

Also sei kein Fischkopp!, frag fairbeamtet.de!

Liebe GrĂŒĂŸe, dein
Sven von fairbeamtet.de

FAQ - HĂ€ufig gestellte Fragen

Ja. Unsere Beratung kostet dich keinen Cent. Wenn wir gemeinsam die passsende Krankenversicherung fĂŒr dich finden, bekommen wir von der Versicherungsgesellschaft eine Provision.

Nein. In den BeitrĂ€gen deiner privaten Krankenversicherung sind die Provisionen (heißt bei Maklern: Courtagen) enthalten. Der Beitrag ist daher immer gleich, egal ob du direkt oder ĂŒber einen Makler abschließt.

  1. Es kostet dich nichts.
  2. Wir helfen dir Fehler zu vermeiden.

Wie du in zahlreichen Artikeln auf unserer Webseite lesen kannst, gibt es eine ganze Reihe von Fehlern, an die du zunÀchst gar nicht denkst. Wir helfen dir, die passende PKV zu finden, die im besten Fall ein Leben lang hÀlt!

Ausschließlich die ausgebildeten Experten aus unserem Team werden sich bei dir melden. Deine Daten sind bei uns in sicheren HĂ€nden. Garantiert.
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Definitiv JA. In der Beratung verwenden wir Vergleichssysteme, in denen alle Berufs- und DienstunfĂ€higkeitsversicherungen und alle Tarife enthalten sind. Alles ist transparent. Das heißt aber nicht automatisch, dass wir alle Tarife empfehlen oder nur nach dem billigsten Preis suchen. GrundsĂ€tzlich steht die QualitĂ€t an erster Stelle.

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