BEIHILFEÄNDERUNG:
Vergessen kann teuer
werden!!!

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Beihilfeänderung – Vergessen kann teuer werden!

Im Laufe des Lebens gibt es verschiedene Situation, zu denen sich die Beihilfe und damit auch dein benötigter Krankenversicherungsschutz verändert. Zum Beispiel, wenn Kinder aus der Beihilfe entfallen (Beginn Ausbildung etc.). Wenn die Kinder über die Partnerin/den Partner in der GKV versichert sind, vergisst man schnell diese Veränderung bei der Beihilfe und der privaten Krankenversicherung anzuzeigen. Oder du ziehst in ein anderes Bundesland. Welche Gefahren drohen dir und welche Fristen hast du einzuhalten? Wir erklären es dir in diesem Artikel!

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Inhaltsverzeichnis

Ein Beispiel aus der Praxis

Letzte Woche schrieb mich ein Beamter an und bat mich um Hilfe. Grundsätzlich ist er topp versichert. Hat sich damals für eine sehr gute private Krankenversicherung entschieden. Hat einen super Tarif. Eigentlich alles toll, aber vor einem Jahr hat sich sein Dienstherr geändert. Zuvor war er Beamter des Landes Rheinland-Pfalz. Seit 11 Monaten ist nun aber das Land Saarland sein neuer Dienstherr und für ihn zählt seitdem auch die Beihilfevorschrift des Saarlands. Natürlich hatte er durch den Wechsel viel um die Ohren und musste sich dementsprechend erst einmal umstellen. Im Zuge dessen hatte er vergesse, seiner privaten Krankenversicherung diese Änderung mitzuteilen. Die Frist zur Umstellung seitens des Versicherers ist nun allerdings abgelaufen. Diese sagt, „Ja, machen wir aber nur mit erneuter Gesundheitsprüfung!“ Aber was, wenn in der Zwischenzeit etwas passiert ist? Wenn er krank ist und aufgrund der Erkrankung nun seine Tarife nicht mehr beihilfekonform anpassen kann?

Es gibt Fristen!

Als privatversicherter hat der Versicherte nämlich auch Pflichten. Er muss seine Krankenversicherung zeitnah über Änderungen informieren. Bei Beihilfeänderungen hat er zum Beispiel 6 Monate Zeit, seine private Krankenversicherung von der Änderung zu unterrichten und kann in dieser seinen Krankenversicherungsschutz ohne erneute Gesundheitsprüfung an die neue Beihilfevorschrift anpassen lassen.

Was passiert, wenn die Frist abgelaufen ist?

Versäumt es der Beamte, seiner privaten Krankenversicherung die Änderung innerhalb von 6 Monaten bekanntzugeben, wird diese im Falle einer Höherversicherung (der Beamte braucht mehr Leistungen als zuvor. Zum Beispiel, wenn seine vorherige Beihilfe die Wahlleistungen anteilig abgesichert hat und die neue Beihilfevorschrift keine Wahlleistungen mehr vorsieht) auf einen neuen Krankenversicherungsantrag mit erneuter Gesundheitsprüfung bestehen. Tauchen in diesem neuen Antrag nun neue Diagnosen auf, die es damals evtl. noch nicht gegeben hat, als der Versicherte sich erstmalig versichert hat, kann die Krankenversicherung die Höherversicherung auch zum Schutz des Versichertenbestandes ablehnen.

Welche Folgen hat das für den Versicherten?

Er ist schlicht und einfach falsch versichert und sein aktueller Versicherungsschutz ist lückenhaft. Würde der Beamte – wir hatten das Beispiel mit den Wahlleistungen – nun zum Beispiel ins Krankenhaus kommen und er würde Wahlleistungen (freie Krankenhaus und freie Arztwahl) in Anspruch nehmen, kann es schnell teuer werden für den Versicherten werden. Mein obiger Kunde war zum Glück noch gesund und ich konnte ihm helfen. Meistens fällt es jedoch erst auf, wenn es teuer wird und dann, kann oft selbst der beste Versicherungsmensch nicht mehr helfen.

Wenn es schief geht, kann es teuer werden! Ein anderer Fall aus meiner täglichen Praxis

Vor 2 Jahren rief mich eine Frau an. Den Namen der Versicherung gebe ich mal nicht an, weil es egal ist. Ich schätze, jede Versicherung hätte hier gleich gehandelt. Sie hatte 2 Töchter. Eine der beiden Töchter hatte vor einem Jahr eine Ausbildung angefangen und war aus dem Kindergeldbezug und auch aus der Beihilfe herausgefallen. Da die Töchter jedoch über ihren Ehegatten bei der gesetzlichen Krankenversicherung versichert waren, hatte die Mutter vergessen, ihre private Krankenversicherung von dieser Änderung zu unterrichten. 

Dies hätte sie aber tun müssen, da sich ihre Beihilfe geändert hatte. Mit zwei Kindern hatte sie einen Beihilfeanspruch von 70%. Sie hatte bei der privaten Krankenversicherung nur 30% der Kosten abgesichert. Dadurch, dass eine Tochter nun jedoch aus der Beihilfe herausgefallen war, hatte sich für die Mutter der Beihilfeanspruch geändert. Sie hatte seitdem nur noch einen Beihilfeanspruch von 50% und hätte die fehlenden 20% bei ihrer privaten Krankenversicherung absichern müssen. Dieses hatte sie aber versäumt. 

Aufgefallen ist ihr das erst nach der Brustkrebs-Operation. Sie hatte die Rechnungen bei der Beihilfe und der privaten Krankenversicherung eingereicht. Beide haben voll erstattet und trotzdem fehlten ihr knapp 18.000 Euro. Da erst wurde ihr bewusst, dass etwas nicht stimmte. Sie wollte sich natürlich rückwirkend richtig versichern, aber die Krankenversicherung spielte nicht mit. Die sagte eben nur, dass es länger als 6 Monate her ist und sie einen neuen Antrag stellen muss. Dieser wurde mit der Diagnose Brustkrebs natürlich abgelehnt und die Dame blieb auf 18.000 Euro hängen und konnte auch für zukünftige Behandlungen nicht richtig absichern. Die Sorge, wie sie weitere Behandlungen oder gar Operationen – für den Fall das der Krebs wiederkommt – war groß. Solch eine Zitterpartie braucht niemand!

Unser Tipp

Egal, was sich bei euch ändert: sprecht mit eurem Versicherungsmakler, Vertreter oder eurer privaten Krankenversicherung.

Fälle, die mir aus dem Stegreif einfallen sind zum Beispiel:

  • Geburt eines Kindes (auch, wenn es zum Beispiel über den Ehegatten/ die Ehegattin in der gesetzlichen Krankenversicherung mitversichert werden soll oder nicht, denn ab dem zweiten Kind erhöht sich bei den meisten Beihilfevorschriften der Beihilfebemessungssatz und eure private Krankenversicherung wird i.d.R. günstiger
  • Wegfall eines Kindes aus der Beihilfe (geht meist einher mit dem Wegfall des Kindergeldanspruchs
  • Änderung des Dienstherrn/ Änderung der Beihilfevorschrift
  • Elternzeit (gerade in Bayern, hier kann sich schon beim ersten Kind für die Dauer der Elternzeit der Beihilfeanspruch auf 70% erhöhen)
  • Ende der Elternzeit (gerade in Bayern)!

Wenn euch unser Artikel gefallen hat, teilt ihn mit euren Freunden, Bekannten und Kollegen. Ihr könnt sie vor großem Leid bewahren!

Dieser Artikel wurde am 20. April 2018 von Sven Höhne veröffentlicht.

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