Immer wieder rufen uns verunsicherte Beamtenanwärter und Beamte an, die entweder schon eine Dienstunfähigkeitsversicherung (DU) haben, oder gerade auf der Suche nach einer sind. Das Problem ist, dass nicht alle Versicherungen, die eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) anbieten auch eine Klausel für die Absicherung gegen Dienstunfähigkeit haben. 80 Prozent aller Anbieter einer Berufsunfähigkeitsversicherung bieten keine Erweiterung gegen die Absicherung von Dienstunfähigkeit (DU-Klausel) an.

Vorsicht bei Vertretern, die nur für eine Versicherungsgesellschaft arbeiten!

Wir wollen gar nicht alle Vertreter schlecht reden. Nein wirklich nicht! Es gibt auch viele Vertreter die Ahnung von ihrem Job haben und gut beraten. Die Gefahr steckt nicht in der Fachkenntnis, sondern in dem Vergütungsmodell. Gerade Vertreter, die ausschließlich für eine Versicherungsgesellschaft arbeiten, die eben keine DU-Klausel bietet, sind hier häufig – gezwungener Maßen – nicht ganz ehrlich zu ihren Kunden zu sein. Zumindest, wenn der Kunde ein Beamtenanwärter oder Beamter (auf Probe/Lebenszeit) ist. Denn, wenn er diesen ehrlich und fair beraten wollen würde, müsste er seinem Kunden sagen, dass er sich lieber bei einer Versicherung versichern sollte, bei der er auch gegen das Risiko der Dienstunfähigkeit abgesichert wäre. Moralisch wäre das zwar der richtige Weg, aber er würde dann leer ausgehen und keine Provision erhalten. Leider ist einigen Vertreter dann das eigene Portemonnaie doch näher, als die richtige Absicherung des Kunden.

 „Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist viel besser als eine Dienstunfähigkeitsversicherung. Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt nämlich auch, wenn der Versicherte einen anerkannten Grad der Berufsunfähigkeit hat, obwohl er deshalb noch nicht dienstunfähig ist…“

So, oder so ähnlich sehen die Erklärungen jener Vertreter aus, die unseren Kunden ihre Berufsunfähigkeitsversicherung schönreden wollen. Allein in der Woche vor Ostern haben mich zwei Kunden dazu angerufen. Der eine Kunde hat einen Versicherungsvertreter im Fußballverein und der andere einen im familiären Umfeld. Beide haben mir diesen Satz des Vertreters ihres Vertrauens genannt und mich gefragt, ob das stimmt.

Die Antwort: Nein, leider ist das eine dreiste Lüge!

Auch, wenn mir solche Sätze nur schwer über die Lippen kommen, denn ich weiß, dass ich hier jemanden aus der Familie und jemanden aus dem Freundeskreis (hier der Fußball-Kollege) auf die Füße treten musste. Und das mache ich sehr ungern. Es ist aber nötig.

Ihr stellt also fest, es ist kein Einzelfall. Es kommt leider oft vor, dass Vertreter versuchen den Kunden weiszumachen, bzw. weismachen müssen, dass es zwei gänzlich unterschiedliche Verträge sind und die Dienstunfähigkeitsversicherung nur bei Dienstunfähigkeit zahlt.

Wie sieht es bei freien und unabhängigen Versicherungsmaklern aus?

Bei freien Versicherungsmaklern, die viele Versicherungen anbieten können, sieht es in der Regel etwas anders aus. Die Frage ist jedoch, ob sich der Versicherungsmakler im Beamtenrecht auskennt oder nicht. Makler die Beamte beraten, sollten im Bereich öffentlicher Dienst geschult sein. Beamte stellen ein besonderes Klientel mit speziellen Bedürfnissen dar. Wer hier auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich einen Spezialmakler für Beamte suchen oder uns ansprechen. Wir von fairbeamtet.de haben uns seit mehr als 20 Jahren auf die Belange von Beamten spezialisiert. Ein solcher Versicherungsmakler sollte einen, wenn nicht sogar mehrere Berufsunfähigkeitsversicherungen anbieten können, die eine echte und vollständige DU-Klausel bieten.

Wann zahlt eine Berufsunfähigkeitsversicherung eine Leistung (in Form einer monatlichen Rente) an den Versicherten aus?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt eine monatliche Rente, wenn der Versicherte aufgrund von Krankheit, Körperverletzung (zum Beispiel durch einen Unfall) oder Kräfteverfall nicht mehr im Stande ist, seine Berufstätigkeit auszuüben.

Hier gibt es mehrere Varianten:

Meistens spricht man von der 50/50 Regelung. Sprich, wenn der Versicherte ärztlich bescheinigt einen Grad der Berufsunfähigkeit von mindestens 50 Prozent hat, zahlt die Versicherung die volle Rente, die man abgeschlossen hat. Hat derjenige jedoch nur einen Berufsunfähigkeitsgrad von 49 Prozent oder weniger, gibt es nichts. Umgangssprachlich wird diese Variante auch die „Sekt oder Selters“ Regelung genannt.

Viele Versicherung zum Beispiel die Debeka bieten aber auch noch die 25/75 Regelung an. Heißt auf gut Deutsch: Ab einen Berufsunfähigkeitsgrad von 25 Prozent, zahlt die Debeka die Rente anteilhaft zum Berufsunfähigkeitsgrad aus. Hat jemand zum Beispiel eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Rente in Höhe von monatlich 1.000 Euro abgeschlossen und wird nun zu 30 Prozent berufsunfähig, dann zahlt die Debeka monatlich 300 Euro an den Versicherten. Bei einem Berufsunfähigkeitsgrad von unter 25 Prozent gibt es nichts und erst ab einem BU-Grad von 75 Prozent gibt es die volle monatliche Rente, die man auch abgeschlossen hat.

Und was ist nun der Unterschied zu einer Dienstunfähigkeitsversicherung?

Eine Dienstunfähigkeitsversicherung ist vollständige Berufsunfähigkeitsversicherung, die lediglich im optimalen Fall um zwei Klauseln ergänzt wird. Eine Dienstunfähigkeitsversicherung ist dann eine echte Dienstunfähigkeitsversicherung, wenn sie die vollständige und echte DU-Klausel enthält. Bei Uniformierten Berufen (Polizei, Feuerwehr, Berufssoldaten) gibt es noch spezielle DU-Klauseln.

Eine Klausel ist eine Leitungs-Erweiterung

Echte DU-Klausel:

Entlassung und Versetzung wegen Dienstunfähigkeit muss als vollständige Berufsunfähigkeit gelten, ohne dass eine Berufsunfähigkeits-Prüfung durchgeführt wird.

Vollständige DU-Klausel:

Entlassung UND Versetzung wegen Dienstunfähigkeit muss als vollständige Berufsunfähigkeit gelten. Das bedeutet, dass Anwärter UND Beamte auf Probe/Lebenszeit Versicherungsschutz bei Dienstunfähigkeit haben.

Vorsicht: Es gibt auch viele unvollständige und unechte DU-Klauseln!

Leider prüfen viele Tests oder Testzeitschriften nicht, ob eine echte und vollständige DU-Klausel vorliegt oder, ob es sich um eine Mogelpackung handelt. Allein schon aus diesem Grund, solltet ihr einen Spezialisten fragen und euch nicht auf Tests verlassen!

Zusammenfassung:

Eine Dienstunfähigkeitsversicherung ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die durch Klauseln (Erweiterungen des Versicherungsschutzes) leisten muss, sobald der Amtsarzt/Dienstherr einen Beamtenanwärter/Beamten wegen Dienstunfähigkeit versetzt oder entlässt.

Eine Dienstunfähigkeitsversicherung beinhaltet automatisch die Berufsunfähigkeitsversicherung. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung jedoch nicht automatisch die Klauseln bei Dienstunfähigkeit. Ein Beamter der dienstunfähig wird ist immer automatisch auch berufsunfähig. Ein Beamtenanwärter oder Beamter der dienstunfähig ist, ist aber nicht automatisch auch berufsunfähig.

Hat ein Beamtenanwärter/Beamter nach den Bedingungen der seiner Berufsunfähigkeitsversicherung zum Beispiel nur ein Grad der Berufsunfähigkeit von 45% und hat die 50/50 Regelung, ist er zwar eventuell dienstunfähig bekommt aber nach den Bedingungen seiner Berufsunfähigkeitsversicherung noch keinen Cent.

Bei einem Polizisten kann das zum Beispiel ganz schnell gehen: Wird beispielsweise sein Schussfinger durch einen Unfall so geschädigt, dass er nicht mehr voll funktionsfähig sein wird, dann ist er zwar für den Polizeidienst untauglich (dienstunfähig), wird aber vermutlich keinen Cent von einer Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen, weil es für den Verlust eines Fingers nur relativ wenige Prozente im Grad der Berufsunfähigkeitsversicherung gibt.

Unser Tipp:

Lasst euch nicht von Vertretern bequatschen, die euch weismachen wollen, dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung besser ist, als eine Dienstunfähigkeitsversicherung. Ein Beamter braucht eine Dienstunfähigkeitsversicherung. Solltet ihr bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung haben, dann prüft genau, ob diese auch wirklich eine echte und vollständige Klausel für Dienstunfähigkeit beinhaltet. Polizisten, Feuerwehrbeamte und Berufssoldaten sollten obendrein prüfen, ob eine spezielle Klausel für uniformierte Berufe enthalten ist, damit angehörige diese Berufsgruppen auch Rentenleistung bekommen, wenn zum Beispiel nur der Schussfinger in Mitleidenschaft gezogen ist.

 

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