Immer wieder höre ich die Frage: „Sag mal Sven, wie muss ich eigentlich mein Kind versichern? Kann ich das beitragsfrei in Familienversicherung (gesetzliche Krankenversicherung) meiner Ehefrau lassen?“ Geschlechter lassen wir mal außen vor. Natürlich könnte auch eine Beamtin fragen, ob das Kind bei ihrem Ehemann, oder homosexuelle Paare, oder … ich denke ihr versteht schon. Mann, Frau, Ehemann, Ehefrau ist egal. Ich schreibe zur Vereinfachung aus der männlichen perspektive. Und, da wir hauptsächlich Beamte fairsichern, reden wir natürlich von den Beamten-Tarifen in der privaten Krankenversicherung.

 

Ganz wichtig: Um diese Frage beantworten zu können muss erst einmal geklärt sein, ob einer der beiden vom Verdienst über der Versicherungspflichtgrenze liegt!

Diese liegt im Jahr 2018 bei aktuell 59.400 Euro im Jahr.

Wenn dies der Fall ist und zum Beispiel der Beamte derjenige ist, der diese Einkommensgrenze überschreitet, dann gehört das Kind zu dem Beamten in die private Krankenversicherung. Ansonsten müsste für das Kind ein eigener Beitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung entrichtet werden. Dieser liegt aktuell bei ca. 170 bis 180 Euro im Monat.

In der privaten Krankenversicherung liegen die Beiträge für in der Regel zwischen 30 und 50 Euro im Monat. Diese steigen meist mit 16 beginnend etwas an, kommen aber erfahrungsgemäß nicht an den Beitrag der gesetzlichen Krankenversicherung heran.

Dass die private Krankenversicherung bei Kindern von Beamten so viel günstiger ist liegt daran, dass Kinder von Beamten in den meisten Beihilfevorschriften einen Beihilfesatz von 80 Prozent haben und sie somit nur zu 20 Prozent in der privaten Krankenversicherung abgesichert werden müssen.

Übrigens: Liegen beide Elternteile über oder unter der Versicherungspflichtgrenze, haben sie die freie Wahl, ob sie das Kind in der privaten oder der gesetzlichen Krankenversicherung (Familienversicherung) versichern wollen!

Achtung: In Hessen und Bremen ticken die Uhren ein bisschen anders. Dort weicht die Beihilfe stark von den meisten anderen Beihilfevorschriften ab! Hier liegt der Beitrag bei Kindern schnell zwischen 60 und knapp 120. Außerdem hat man in Hessen nicht immer die freie Wahl, wo man sein Kind versichern möchte.

Hier möchte ich auf unser Kontaktformular verweisen und sagen: Das klären wir im Einzelfallgespräch persönlich am Telefon!

 

 

Was spricht dafür Kinder in der Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung zu lassen?

  • man muss i.d.R. keine Rechnung einreichen. Man zieht beim Arzt die Karte durch den Schlitz und damit ist meist alles erledigt
  • sofern das Einkommen beide Elternteile entweder über oder unter der Versicherungspflichtgrenze, kann das Kind beitragsfrei in der Familienversicherung des gesetzlich versicherten Elternteils mitversichert werden

 

Was spricht dafür Kinder in der privaten Krankenversicherung mitzuversichern?

  • man findet i.d.R. leichter und schneller einen Kinderarzt (schaut euch doch mal hartaberfair vom 19.03.2018 an oder unsere 6-Minuten-Zusammenfassung)
  • bekommt i.d.R. schneller einen Facharzt-Termin
  • kriegt gewissen Rezepte auch, obwohl bereits Quartals-Ende ist… 😉
  • Ärzte können die Behandlungen abrechnen, die sie durchgeführt haben (keine Pauschale, keine Budgetierung – sofern der Beamte sich zum Wohle seines Kindes für einen guten Tarif in der privaten Krankenversicherung entschieden hat) Dies kann durchaus zu einer besseren Versorgung führen.

 

Natürlich spielt auch das Portemonnaie eine Rolle. Es ist verlockend, dass Kind beitragsfrei über die gesetzliche Krankenversicherung das Ehepartners zu versichern. Wir merken es oft, dass Kunden hin- und hergerissen sind. Einerseits würden sie sich den Beitrag gerne sparen, andererseits hätten sie aber doch gerne die Vorteile des Privatpatienten-Status. Es ist nicht einfach, dass wissen wir.

 

Optimal wäre es, dass Kind mit in der privaten Krankenversicherung zu versichern.

Die Vorteile zu nutzen und die Beiträge dafür sind (mit Ausnahme von Hessen und Bremen, wo es etwas teurer ist) ja eigentlich auch moderat.

 

Sollte sich ein Beamter jedoch trotzdem für die beitragsfreie gesetzliche Krankenversicherung entscheiden, empfehlen wir DRINGEND wir jedoch für das Kind einen sogenannten Optionstarif abzuschließen!

Dies ist wichtig, damit – sollte der Ehepartner aus irgendeinem Grund (Verlust der Arbeit und nach 6-12 Monaten abrutschen in Hartz IV, Krankheit oder Tod) zum Beispiel aus der Versicherungspflicht herausfallen – das Kind ohne Probleme in die private Krankenversicherung kommt. Der Ehepartner hat ein i.d.R. ein Anrecht auf die sogenannte Öffnungsaktion für Beamte. Die Öffnungsaktion ist eine zeitlich befristete Sonderregelung. Bei Kindern ist das Zeitfenster von 6 Monaten dann meist abgelaufen, weil das Kind ja i.d.R. von Anfang an mit hätte in der privaten Krankenversicherung versichert werden können.

 

Alternativ bieten manche Gesellschaften auch einen Wahlleistungstarif mit Optionsrecht an

Dieser ist vielleicht 2 Euro im Monat teurer als der reine Optionstarif, bietet darüber hinaus jedoch auch Leistungen. Sollte das gesetzlich versicherte Kind ins Krankenhaus müssen, habt ihr die freie Arzt- und die freie Krankenhauswahl.

Obendrein Anspruch auf ein Zweitbettzimmer, aber das halten wir eher für zweitrangig.

Euer Kind ist damit im Fall der Fälle im Krankenhaus Privatpatient und hat die gleichen Vorzüge, als wäre es privat krankenversichert.

Ein Optionstarif kostet ca. 3 bis 6 Euro monatlich für das Kind. Der Tarif für Wahlleistungen im Krankenhaus mit Optionsrechts, den ich gerne bei meinen Beamten nehme kostet um die 8 Euro im Monat.

Beide Varianten sollten das Mindestmaß darstellen. Eltern die hier am falschen Ende sparen und nicht einmal die 3-6 Euro für den Optionstarif berappen, können schnell ein ernstes Problem bekommen…

Es wird nämlich teuer, wenn der Ehegatte langzeitarbeitslos wird, oder aufgrund Krankheit oder Tod aus dem Berufsleben ausscheidet. Oder, auch schon vorgekommen, selbst verbeamtet wird. Der Ehegatte hat Anrecht auf eine die Öffnungsaktion und könnte relativ problemlos über die Krankenversicherung des Beamten mitversichert werden. Das Kind aber vielleicht nicht. Es muss ja nur ein paar Sitzungen wegen Mobbings in der Schule beim Psychologen gehabt haben und gerade eine Kieferorthopädie begonnen haben. Schon wird es problematisch. Und wenn dann plötzlich die gesetzliche Krankenversicherung 170 Euro im Monat fordert, ist das Gemaule vorprogrammiert. Leider kennen wir dann auch nicht mehr helfen.

 

Zusammenfassung:

  1. Optimal wäre es, das Kind in der privaten Krankenversicherung mitzuversichern!
  1. Einfacher (weil keine Rechnungen etc.) und günstiger wäre es, dass Kind in der gesetzlichen Krankenversicherung (Familienversicherung) beim Ehegatten zu lassen
  1. Wer sich für 2. entscheidet und Kind/Kinder in der GKV lässt: Bitte, schließt mindestens einen Optionstarif für eure Kinder ab!

 

Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie oft wir dieses Problem haben. Ehegattin hört auf zu Arbeit. Firma geht Pleite. Irgendwas. Frau kommt zum Mann in die PKV (und sei es über die Öffnungsaktion) und das Kind kriegen wir nicht versichert, weil es gerade in einer laufen Behandlung steckt etc. Das ist nervig, zeitaufwändig und vor allem unnötig!

 

➲ Ich hoffe, euch hat unser Beitrag weitergeholfen…

  • Wenn ja, teilt ihn mit Freunden und Studienkollegen, denen er vielleicht ebenfallshelfen könnte.
  • Falls ihr noch auf der Suche nach der passenden privaten Krankenversicherungseid, stellt uns und unsere kostenlose Online-Beratung auf die Probe.
  • Bewertungen von vorherigen Kunden findet ihr hier: Unsere Bewertungen
  • Ihr seid gerade auf der Suche nach der passenden Absicherung gegen Dienstunfähigkeit? Prima! Fordert euch doch einfach ein kostenloses & unverbindliches Angebot von uns an:

Angebot bei fairbeamtet.de anfordern

, , , , , , , , ,
Vorheriger Beitrag
Die beste private Krankenversicherung Deutschlands
Nächster Beitrag
Wenn Sie sich als Elternteil für ihr Kind beraten lassen – und dabei Fehler vermeiden

Ähnliche Beiträge

Menü