Kürzlich habe ich mal wieder mit einem Vertreter-Opfer telefoniert. Ich entschuldige mich für diese Ausdrucksweise, finde jedoch keine passendere. Was war geschehen?

Eine Interessentin für private KV Beamte hatte sich zum einen an den örtlichen Vertreter einer Versicherung gewendet und parallel im Internet eingetragen. Grundsätzlich gute Idee, sich eine zweite Meinung einzuholen. So haben wir dann auch einen Online-Beratungstermin vereinbart.

Doch kurz bevor der Termin stattfinden sollte, kam die Absage. Sie habe sich schon für das Angebot des Vertreters entschieden. Auf meine telefonische Nachfrage sagte sie dann „falls ich nicht zu frieden bin, kann ich ja später wechseln…“ und beendete das Gespräch.

Um Himmels Willen. NEIN. Das ist völliger Unsinn. Leider konnte ich nicht mehr klären, ob sich die Dame dies selbst eingeredet hatte oder der Vertreter. Den Erfahrungen nach wird es eher der Vertreter gewesen sein. Schlauer Trick, und das weiß dieser auch.

Wann möchte man denn seine private KV wechseln? Ja logisch, wenn man unzufrieden ist. Und wann ist man unzufrieden? Auch klar, wenn Leistungen gekürzt worden sind und man Selbstbeteiligungen hinnehmen muss. Oft werden sogar kleine Kürzungen erst hingenommen und irgendwann ist das Fass dann voll. Jetzt fehlt nur noch die passende Werbung im Internet oder in sozialen Netzwerken.

Aber jetzt sind wir Jahre weiter, manchmal viele Jahre weiter. Ein Wechsel zu einer anderen Versicherung bedeutet alle Gesundheitsangaben neu zu beantworten. Schade, waren Sie nicht krank und hatten deswegen Rechnungen eingereicht? Risikozuschläge drohen. Außerdem sind Sie älter und das neue Eintrittsalter zieht höhere Beiträge nach sich. Und wenn Sie auch noch mehr Leistungen in der Krankenversicherung wollen als bisher, kostet das auch noch mal extra.

Und nun? Wären Sie bereits für die neue, viel bessere KV, monatlich 50, 100 oder gar 150 € mehr zu bezahlen? Die Meisten sind es nicht. Falls Sie überhaupt wechseln können.

Die Sache mit dem späteren Wechsel gehört demnach in das Reich der Märchen. Unser gerade designierte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte dazu: „Wenn man sich einmal festgelegt habe, sei ein Wechsel in späteren Jahren schwerer als eine Scheidung“.

Es ist nie zu spät für eine zweite Meinung. Am besten von einem spezialisierten Fachmakler. Es geht schließlich um Ihr Geld und Ihre Gesundheit.

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