Private
Krankenversicherung

Das Märchen von „Ich kann ja später wechseln ...“

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Das Märchen von „Ich kann ja später wechseln …“

Gerade zu Beginn der Beamtenlaufbahn steht für viele Beamtenanwärter und angehende Beamte die Suche nach der passenden Krankenversicherung an. Der Markt ist groß. Viele Vergleichsportale werben mit der günstigsten Versicherung. Da die meisten vorher noch kein richtiges Geld verdient haben und eher sparsam leben mussten, suchen sie nach einer möglichst günstigen Krankenversicherung. Der günstige Beitrag lockt. Vor allem, da die meisten bei Verbeamtung noch relativ jung und normalerweise auch noch gesund sind. 

Klar, wenn ich gesund bin und nicht davon ausgehe, dass ich meine private Krankenversicherung häufig nutze, will ich natürlich auch nicht mehr bezahlen, als unbedingt nötig. Leider glauben viele auch, dass man eine private Krankenversicherung genauso einfach wechseln kann, wie man bei seinem Handy-Tarif ein paar Gigabyte Datenvolumen hinzuordern kann. Die Realität sieht leider anders aus. In diesem Artikel erfahrt ihr, wie es sich mit einem späteren Wechsel verhält. 

IN 2 MINUTEN ZUM

TESTSIEGER!

Ich schreibe diesen Artikel, weil ich dich vor einem Fehler bewahren möchte!

Kürzlich habe ich mal wieder mit einem Vertreter-Opfer telefoniert. Ich entschuldige mich für diese Ausdrucksweise, finde jedoch keine passendere.

Eine Interessentin für private Krankenversicherung für Beamte hatte sich zum einen an den örtlichen Vertreter einer Versicherung gewendet. Parallel dazu hatte sie sich noch bei uns im Kontaktformular eingetragen. Grundsätzlich gute Idee, sich eine zweite Meinung einzuholen. Wir haben einen Online-Beratungstermin vereinbart. Kurz bevor der Termin stattfinden sollte, kam die Absage. Sie habe sich schon für das Angebot des Vertreters entschieden. Auf meine telefonische Nachfrage sagte sie dann, „Falls ich nicht zu frieden bin, kann ich ja später wechseln…“ und beendete das Gespräch.

PKV im Alter Wechseln: Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis!

In der Theorie klingt das wirklich toll, aber eben auch nur in der Theorie. Die Wirklichkeit sieht leider völlig anders aus! Es ist völliger Unsinn. Leider gab sie mir nicht die Möglichkeit ihr den Sachverhalt zu erläutern. 

Stell dir vor, du hast dir eine super günstige private Krankenversicherung ausgesucht. Gut, die Leistungen sind nicht so berauschend, aber du kannst ja später wechseln. Jetzt frage dich einfach mal ganz ehrlich selbst, wann du wechseln wirst. Setzt du dir eine Deadline? Zum Beispiel: An meinem 40. Geburtstag wechsle ich? Nein, vermutlich nicht. Wirst du in fünf Jahren wechseln? Vielleicht ist deine private Krankenversicherung ja immer noch recht günstig und du vielleicht immer noch kerngesund? Warum solltest du also wechseln und ab nächsten Monat vielleicht 50, 10 oder 150 Euro mehr bezahlen für Leistungen, die du immer noch nicht in Anspruch nimmst? Du wirst keinen Grund sehen. Das ist wie beim Rauchen aufhören. Man hört erst auf, wenn man Schwanger wird oder dir der Arzt sagt, das er etwas Auffälliges in deiner Lunge gefunden hat. Die meisten Menschen ändern erst etwas, wenn der Kittel brennt. Deswegen nennen wir sowas, den sogenannten: Kittelbrennfaktor!

Und wann kommt dieser in der privaten Krankenversicherung? Ähnlich wie beim Raucher, wenn dein Arzt dir eine Diagnose nennt, bei der du weißt, dass es nun richtig ernst und damit vermutlich auch sehr teuer wird. Dann kommen die Zweifel, ob dein Billigtarif die in Kürze anfallenden Rechnungen tatsächlich übernimmt oder, ob du jetzt enorme Eigenbeteiligungen fürchten musst. Das ist der Moment, wo du panisch nach der Telefonnummer des guten Vermittlers suchst und ihn um Hilfe anflehst.

Jetzt kommt der Moment, wo du mit der traurigen Realität konfrontiert wirst. Er fragt dich, nach deiner Gesundheit und will genau wissen, ob du in den letzten 3 Jahren in ärztlicher Behandlung gewesen bist, oder in den letzten 5 Jahren einen stationären Krankenhausaufenthalt hattest und so weiter. Nun erzählst du ihm von deiner Diagnose und er wird dir verkünden, dass es keinen Sinn macht einen Antrag auszufüllen. Vermutlich wird dich keine andere Versicherung mehr aufnehmen. Deinen Versicherungsschutz bei deiner Gesellschaft zu erhöhen geht auch nicht. Dann auch hier musst du für die höheren Leistungen neue Gesundheitsfragen beantworten. Merkst du was, dein Plan geht nicht so ganz auf. Kein Versicherer versichert ein brennendes Haus!

 

Und wenn du keine schlimme Diagnose bekommen hast, bist du älter geworden…

Aber, vielleicht hast du ja auch Glück. Vielleicht war es ja gar nicht so eine schlimme Diagnose. Manche wollen auch schon wechseln, wenn sie merken, dass sie ständig Zuzahlungen haben. Bei der Physiotherapie. Bei den Medikamenten. Beim Zahnersatz. Wenn sie sich eine Brille kaufen. Alles noch kein K.O. Kriterium, aber Behandlungen. Wenn du nun wechseln möchtest und die Gesundheitsfragen beantwortest werden vermutlich zig kleine Risikozuschläge auf dich zukommen. Mit dem Alter kommen nämlich erfahrungsgemäß die ganzen kleinen Zipperlein. Du kennst das vom Einkaufen. Viele kleine Teile im Einkaufswagen sind am Ende an der Kasse auch teuer. Dazu kommt noch dein fortgeschrittenes Alter. Für jedes Jahr, dass du seit der ersten Antragsstellung älter geworden bist, kostet die PKV 3-5 Euro pro Monat mehr. Willst du nach 20 Jahren wechseln bedeutet allein das schon rund 100 Euro mehr. Dazu die Risikozuschläge. Und wenn es nur 50, 100 oder 150 Euro sind, dann insgesamt schnell 200 bis 250 Euro mehr. Und du wirst feststellen, dass sich ein Wechsel nicht mehr rechnet.

Aber, es gibt ja Tarife mit „Optionsrecht“!

Ah, stimmt… da war ja was. Es gibt ja noch Tarife mit einem Optionsrecht. Bei manchen Tarifen kannst du nach einem, drei oder fünf Jahren ohne erneute Gesundheitsprüfung in einen besseren Tarif wechseln. Wenn du bei Erstverbeamtung 30 und gesund bist, wirst du vermutlich mit 35 immer noch ziemlich gesund sein. Vielleicht hast du gerade mit deiner Frau oder deinem Mann Ein Haus gekauft, das erste Kind wurde geboren. Wie wahrscheinlich ist es, dass du gerade jetzt, wo du jeden Cent brauchst in einen besseren und etwas teureren Tarif wechselst. Vor allem, da du ja noch gesund bist und aktuell gar keine oder höchstwahrscheinlich nur sehr geringe Leistungen in Anspruch nimmst? Sei ehrlich, du wirst da noch nicht wechseln wollen. Der Wunsch zu wechseln geht in der Regel einher mit dem auftreten der ersten Wehwehchen. Meist mit Mitte vierzig, Anfang fünfzig. Das weiß auch dein Versicherer. Dein Optionsrecht ist ungenutzt verfallen. Ein schlauer Trick der Gesellschaften. 

Andere Tarife bieten ein Optionsrecht zu gewissen Ereignissen. Ein solches Ereignis könnte zum Beispiel die Geburt eines Kindes sein, oder die eigene Hochzeit. Aber, da wirst du dein Optionsrecht vermutlich nicht nutzen, hatten wir ja gerade erst geklärt. Oder, wenn ein Kind die Schule abschließt oder aus der Beihilfe fällt. Okay, zugegeben, die beiden Ereignisse finde ich Klasse. Vor allem, da wir da erfahrungsgemäß in einem Alter sind, wo wir tatsächlich schon die ersten Wehwehchen haben. Du kannst jetzt also deinen Joker ziehen und in einen höhenwertigen Tarif wechseln. Aber, für die Mehrleistung, also das höhere Absicherungsniveau, wird zur Berechnung des Beitrages auch dein erhöhtes Eintrittsalter zur Grunde gelegt. Du zahlst also für diesen Schutz einen höheren deutlich Beitrag, als für den geringeren Schutz, den du abgeschlossen hast, als du jünger warst. Klar, du hast ja schließlich hierfür auch keine Alterungsrückstellungen gebildet und die Versicherung muss sich nun alles mit Zins und Zinseszins von dir holen. Lukrativ ist das Ganze nicht. Wenn du jedoch krank bist, ist es dir dann egal, ob du 100 Euro mehr zahlst. Hauptsache, du hast endlich bessere Leistungen!

Jetzt stell dir aber vor, die wirklich schlimme Diagnose, die, bei der die Behandlungen so richtig ins Geld gehen, kommt 2, 3 oder 4 Jahre bevor ein Ereignis eintritt. Der Schulabschluss des Kindes liegt noch ein paar Jahre in der Zukunft. Was nun? Du kannst das Optionsrecht nicht nutzen und höherer Versicherungsschutz ist nur mit neuen Gesundheitsfragen möglich. Was das heißt, hatten wir ja vorhin schon. Schade, dass sich schlimme Diagnosen nicht an die passenden Zeiten im Optionsrecht halten. Und du kennst ja Murphys Gesetz. Meist kommt die fiese Diagnose kurz nachdem du dein Optionsrecht verwirkt hast.

Unser Fazit!

Die Sache mit dem späteren Wechsel gehört in das Reich der Märchen. Unser gerade designierte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte dazu: „Wenn man sich einmal festgelegt habe, sei ein Wechsel in späteren Jahren schwerer als eine Scheidung“.

Es ist nie zu spät für eine zweite Meinung. Am besten von einem spezialisierten Fachmakler. Es geht schließlich um dein Geld, deine Existenz und deine Gesundheit! Unsere Erfahrung zeigt leider jedoch, dass viele Kunden an dieser Stelle beratungsresistent sind. Sie glaube die Wahrheit, die sie gerne glauben wollen. Und wenn sie bei der Krankenversicherung 50 Euro sparen können, dann wollen sie nicht selten die Wahrheit des späteren Wechsels glauben. Geiz frisst Hirn.

Wenn du eine faire, kostenlose Beratung haben möchtest, trage dich in unserem Kontaktformular ein. Wir helfen dir Fehler zu vermeiden und die passende private Krankenversicherung zu finden.

Liebe Grüße,
Michael von fairbeamtet.de

Dieser Artikel wurde am 03. März 2018 von Michael Buchholz veröffentlicht.

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