Was du über Asthma & PKV wissen musst
- Asthma gilt in der PKV als chronische Vorerkrankung – selbst bei stabiler Einstellung.
- Die Art des Asthmas beeinflusst die Bewertung: allergisches Asthma wird oft milder eingestuft als nicht-allergisches oder gemischtförmiges Asthma.
- Einige Versicherer nutzen automatisierte Systeme, die allein auf ICD-Codes basieren, was zu pauschalen Risikozuschlägen oder Ablehnungen führen kann.
- Andere Versicherer betrachten den individuellen Verlauf: Häufigkeit der Anfälle, Medikamenteneinsatz und Stabilität der Erkrankung.
- Risikozuschläge variieren stark – von moderaten Aufschlägen bis hin zu Ablehnungen, insbesondere wenn eine COPD-Diagnose im Raum steht.
- Eine anonyme Risikovoranfrage kann helfen, ohne negative Einträge im Hinweis- und Informationssystem (HIS) der Versicherer zu riskieren.
In diesem Artikel erfährst du, wie du trotz Asthma eine passende PKV findest – mit Strategie statt Risiko.
Letzte Aktualisierung am: 21.05.2025
Welche Asthmaformen gibt es?
- allergisches (extrinsisches)
- Asthma (ICD-Code: J45.0)
- nicht-allergisches (intrinsisches)
- Asthma bronchiale (J45.1)
- gemischtförmiges Asthma
- Anstrengungsasthma (Belastungsasthma)
- Asthma mit gastroösophagealem Reflux
- Brittle-Asthma
- Variant-Asthma
- Asthma-Formen mit Übergang zur COPD
Wie bewerten private Krankenversicherungen Asthma?
Wie private Krankenversicherungen mit Asthma umgehen, ist unterschiedlich. Einige Krankenversicherungen benutzen Computerprogramme, die rein nach dem ICD-Code (z. B. J45.9 – Asthma bronchiale, nicht näher bezeichnet) entscheiden, wie hoch der Risikozuschlag ausfällt oder ob ein Antrag sogar abgelehnt wird.
Dabei spielt es leider gar keine Rolle, wie ausgeprägt die asthmatischen Beschwerden sind oder wie häufig es überhaupt zu einem Anfall kommt. Ich vergleiche es gerne so:
Stell dir vor, du gibst bei Google das Wort »Asthma« ein und schaust dir die Bilder an, die Google als Ergebnis auswirft. Dann pickst du dir das allerschlimmste Bild heraus und scherst alle von Asthma betroffenen Personen über einen Kamm.
Andere private Krankenversicherungen schauen genauer hin und betrachten die Personen subjektiv. Sie machen sich ein eigenes Bild davon, wie ausgeprägt die Symptome/Beschwerden bei der Person sind.
Wie häufig es zu Asthmaanfällen kommt. Welche Medikamente eingenommen werden. Wie der Krankheitsverlauf war und wie die Prognose für die Zukunft aussieht.
Gerade Personen, die nur selten asthmatische Anfälle haben, nur ein eher schwach dosiertes Medikament/Dosieraerosol benötigen und unter allergischem Asthma und nicht unter Asthma bronchiale leiden, kommen hier nicht selten mit einem deutlich geringeren Risikozuschlag davon.
Warum werden Asthmatiker häufig bei der PKV abgelehnt?
Warum lehnen so viele private Krankenversicherungen Anträge von Asthma Betroffenen ab? Weil es bei 20 bis 30 Prozent der Betroffenen zu weit verbreiteten chronischen Lungenkrankheit COPD führt.
Im fortgeschrittenen Stadium ist oft eine Sauerstoff-Langzeittherapie sinnvoll, weil der Patient ständig unter Atemnot leidet. Außerdem ist COPD der häufigste Grund für eine Lungentransplantation. COPD ist – wenn überhaupt – nur heilbar, wenn eine Lungentransplantation gelingt. Ein COPD-Patient ist extrem teuer und verursacht immense Kosten. Deshalb ist COPD auch verständlicherweise eine Ablehnungsdiagnose.
Stelle bitte – wenn du unter Asthma leidest – keine voreiligen Anträge, ohne vorher den Risikozuschlag über eine anonyme Risikovoranfrage abgeklärt zu haben! Es kommt definitiv nicht gut bei Krankenversicherungen an, wenn du auf die Frage, ob bei dir im Vorfeld bereits ein Krankenversicherungsantrag abgelehnt wurde, mit »Ja« antworten musst!
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Wie hoch ist der Risikozuschlag bei Asthma?
Meistens ist der Risikozuschlag bei allergischem Asthma geringer als bei Asthma bronchiale. Es ist sinnvoll, dass du dich im Vorfeld bei deinem jetzigen Arzt erkundigst, nach welcher Diagnose er in der Vergangenheit (in den letzten 3 Jahren ambulant/ in den letzten 5 Jahren stationär) bei deiner aktuellen Krankenversicherung abgerechnet hat.
Überlege, wie regelmäßig die Asthmaanfälle bei dir auftreten. Vielleicht kam es ja bei dir noch gar nicht zu einem Asthmaanfall, weil du schon frühzeitig zum Spray gegriffen hast, sobald es im Hals angefangen hat zu kratzen und du so den Asthmaanfall verhindern konntest.
All das sind Informationen, die wir brauchen, um für dich den geringsten Risikozuschlag herausholen zu können.
In der Regel schwankt der Risikozuschlag allerdings bei den einzelnen Krankenversicherungen, die dir Versicherungsschutz bieten möchten, zwischen 23 und 68 Prozent.
Welche private Krankenversicherung ist mit Asthma am günstigsten?
Timo (männlich, 30 Jahre alt, keine Kinder, nicht verheiratet, Beihilfe NRW, 50 Prozent Beihilfe) vergleicht im Internet – z. B. bei KV-FUX – die Beiträge und Leistungen von privaten Krankenversicherungen.
So sehen Timos Favoriten aus, die er sich aus Tests auf Grundlage des Beitrages und der Leistungen ausgesucht hat. Das Asthma ist noch nicht berücksichtigt!
Ohne den Risikozuschlag für Asthma zu kennen, hätte Timo vermutlich den günstigsten Tarif im Test abgeschlossen. Er hätte für die knapp 20 Euro weniger einige Leistungslücken in Kauf genommen. Und den Komfort-Tarif, der sogar 76 Euro mehr kosten sollte, den wollte er ehrlich gesagt, nicht wirklich abschließen. Warum auch? Bis auf das Asthma ist er ja jung und kerngesund. Heute ist ihm ein geringerer Beitrag wichtiger, als Top-Leistungen in ein paar Jahren.
Als Timo allerdings den Zuschlag von der Orangia erfahren hat, war der Beitrag plötzlich gar nicht mehr so günstig. Deshalb hat er sich nach seinem ersten Fehlversuch an uns gewendet.
Ich habe eine anonyme Risikovoranfrage gestellt, zwei private Krankenversicherungen, die ich zusätzlich
angefragt hatten, haben abgelehnt.
Timo war im ersten Moment sogar ziemlich erschrocken. Er konnte sich vorher nicht vorstellen, dass die Ergebnisse so unterschiedlich ausfallen können.
Es zeigt sich immer wieder, dass gerade die besonders günstigen Tarife oft happige und überproportionale Risikozuschläge aufschlagen.
Aber schauen wir uns das Ergebnis nach der Risikovoranfrage an:
Siehst du, wie sich die Favoriten ganz schnell geändert haben. Der günstige Tarif mit den vielen Lücken (Billigtarifmerkmale) war plötzlich gar nicht mehr so interessant. Vom ersten auf den letzten Platz! Was eine anonyme Risikovoranfrage ausmachen kann. Für Timo stand nach der Risikovoranfrage fest, dass ihm nur noch der gute Tarif reizte, der immer noch vergleichbar günstiger war, als der Komfort-Tarif. Allerdings kam er nun langsam ins Grübeln und er fragte sich, ob nun, da der Unterschied zwischen gut und einem echten Komfort-Tarif nur noch knapp 28 Euro im Monat ausmachte, er nicht vielleicht lieber gleich den besseren Tarif nehmen solle. Ich erklärte ihm die Unterschiede im Detail und auch die Beitragsentwicklung der beiden Tarife seid der Einführung zum 01.01.2013 (Einführung der heutigen Unisex-Tarife). Auch dieses Wissen hatten ihm die Tests und Vergleiche von Vergleichsportalen nicht vermittelt. Er verstand langsam die Unterschiede zwischen Billig- und Komfort-Tarife und traf am Ende eine ganz andere Entscheidung, als bei seiner ersten Recherche auf eigene Faust.
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Der Autor dieses Artikels:
Sven Höhne – PKV und BU-Experte für Beamte
Sven HöhnePKV und BU-Experte für Beamte
Ex-Debeka Mitarbeiter. Heute: fair, unabhängig und klar auf den Punkt.
Ich berate seit 25 Jahren fast ausschließlich Beamte und Beamtenanwärter – mit Fokus auf private Krankenversicherung, Beihilfe und Berufs- bzw. Dienstunfähigkeitversicherung.
Als ehemaliger Vertriebsprofi der Debeka kenne ich die internen Tarife, Stolperfallen und Verkaufsmaschen – und weiß genau, worauf es bei Lehrer:innen, Referendar:innen, Polizist:innen und Richter:innen wirklich ankommt.
Mein Motto: „Nicht der billigste Tarif – sondern der, der die Kosten übernimmt, wenn du eine ernste Diagnose bekommst!“
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