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Amtsärztliche Untersuchung im Öffentlichen Dienst

Bevor du verbeamtet wirst, musst du zum Amtsarzt. Wie die Amtsarzt Untersuchung abläuft, wie du dich am besten darauf vorbereiten und was du sonst noch zur amtsärztlichen Untersuchung wissen solltest, erläutern wir dir in diesem Artikel!

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Was ist die amtsärztliche Untersuchung?

Die amtsärztliche Untersuchung ist eine medizinische Begutachtung des Bewerbers. Sie wird angewendet, wenn es zum Beispiel um die Übernahme in ein Beamtenverhältnis geht, bei der Feststellung der Dienstunfähigkeit oder die Versetzung in den (frühzeitigen) Ruhestand.

Das Gutachten erstellt i.d.R. der Amtsarzt. Es gab kürzlich aber auch Ausnahmen. In Sachsen durften vor ein paar Monaten angehende Beamte und Beamtenanwärter die amtsärztliche Untersuchung bei ihrem Hausarzt durchführen lassen.

Neben dem Amtsarzt kann auch ein als Gutachter beauftragter Arzt die Untersuchung durchführen. Meist wir ein anderer Arzt (Spezialist) hinzugezogen, wenn die Erkrankung weitere oder spezielle Untersuchungen notwendig sind, die den Wissensstand des Amtsarztes überschreiten. Zum Beispiel könnte das ein Neurologe sein, wenn der Bewerber unter Migräne leidet oder ein Psychologe zur Einschätzung einer psychischen Erkrankung.

Warum zur amtsärztlichen Untersuchung? (Gründe)

Bevor du nun also ins Referendariat starten, zum Beamtenanwärter oder Beamten auf Probe-, Zeit, oder Lebenszeit), Zeit ernannt werden kannst, musst du zum Amtsarzt. Sinn der Untersuchung ist es, dass dein Dienstherr sichergehen möchte, dass du körperlich und psychisch in der Lage bist, deinen Job bis zum regulären Dienstzeitende ausüben zu können. Denn, eine Verbeamtung findet auf Lebenszeit statt. Wenn du erst einmal Beamter auf Lebenszeit bist, hat dein Dienstherr so gut wie keine Möglichkeit mehr, dich loszuwerden, wenn du krank wirst. Durch die Prüfung, der gesundheitlichen Eignung, soll das Risiko von häufiger Krankheit oder gar früher Dienstunfähigkeit minimiert werden. Drum prüfe, wer sich ewig bindet! 

Wie läuft die amtsärztliche Untersuchung ab?

Die amtsärztliche Untersuchung kann je nach Arzt und je nach Bundesland etwas abweichen. Im Grunde genommen sind die Abweichungen aber eher marginal. I.d.R. läuft der Besuch beim Amtsarzt ähnlich ab, wie ein normaler Arztbesuch auch. Wenn du zum Termin kommst, musst du erst einmal einen Fragebogen ausfüllen. Exemplarisch findest du hier den Fragebogen des Landes Baden-Württemberg. Die Fragebögen anderer Bundesländer sehen ähnlich aus. Außerdem musst du zur Untersuchung folgende Dinge mitbringen:

  • einen gültigen Personalausweis
  • evtl. vorhandene Brille(n)
  • ggf. relevante Befunde (insbesondere bei chronischen Erkrankungen)

Wie fülle ich den Fragebogen richtig aus?

Es ist wichtig, dass du beim Ausfüllen des Fragebogens ehrlich bist. Die Fragen müssen vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden. Im schlimmsten Fall können falsche Angaben später zur Entlassung führen. 

Mach dir also bitte im Vorfeld schon Gedanken, erstelle am besten eine Liste und trage alles zusammen, was dir einfällt. Besorg dir Berichte (zum Beispiel Entlassungsberichte bei Krankenhausaufenthalten), Atteste und Befunde und/oder Prognosen bei Vorerkrankungen. 

Gefragt wird nach deiner Krankengeschichte, Krankenhausaufenthalte, Nikotin-, Drogen- und Alkoholkonsum, sportliche Aktivitäten sowie ernste Erkrankungen deiner Eltern und Geschwister. Aber auch nach deinem allgemeinen Befinden wird gefragt. Und sogar manchmal nach Stress während der Ausbildung, z.B. Referendariat. Wenn du dann beim Arzt bist, werden deine Angaben durchgesprochen und ggfs. ergänzt.

Welche Untersuchungen führt der Amtsarzt bei der amtsärztlichen Untersuchung durch?

Es werden nicht immer alle Untersuchungen durchgeführt, daher hier die möglichen Checks:

  • Bluttest
  • Urintest
  • Sehtest
  • Hörtest
  • Ermittlung des BMI durch Wiegen und Messen Puls- und Blutdruckmessung
  • Ruhe-EKG
  • Lungenfunktionstest

Sowie folgende Tests, um die sich immer viele Mythen bilden:

Gesamtkörperliche Untersuchung mit

  • Abtasten
  • Abklopfen
  • Abhören
  • in den Mundraum sehen
  • Testen von Reflexen
  • Überprüfung von Gleichgewichtssinn und Beweglichkeit

Bei der Gleichgewichtsübung mussten Probanden schon mal 30 Sekunden lang mit verschlossenen Augen auf einem Bein stehen.

Wenn das alles erledigt ist, bespricht der Arzt den Fragebogen mit dir und meist erfolgt eine Belehrung über gesunde Ernährung, Sport und Impfschutz.

Was, wenn du chronische Krankheiten wie Übergewicht oder eine Psychotherapie hinter dir hast?

Bloß keine Panik! Das muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass du beim Amtsarzt durchfällst und nicht verbeamtet werden kannst. Außerdem kommt es darauf an, was für ein Beamter du wirst. 

Gerade bei uniformierten Berufen wie, Polizeibeamter, Feuerwehrbeamte oder Zollbeamte ist körperliche Fitness und ein Top Gesundheitszustand natürlich unabdingbar. Was ja auch verständlich ist. Wie willst du einen flinken Einbrecher zu Fuß verfolgen, wenn du extrem übergewichtig und nach drei Stufen schon aus der Puste bist?

Wir bei fairbeamtet.de haben sehr viel mit Referendaren und Lehrern, Professoren, Richter sowie Beamten im gehobenen und höheren Dienst zu tun. Hier ticken die Uhren oftmals anders. Wenn du deinem Arbeitgeber/Dienstherrn wichtig bist, geht mehr, als du zunächst glauben magst. Uns liegen nahezu täglich solche Fälle vor. Bei vielen Kunden ist die amtsärztliche Untersuchung bereits Geschichte und die Urkunde wurde trotz diverser Vorerkrankungen überreicht.

Aber Vorsicht, eine Verbeamtung mit Vorerkrankungen bedeutet noch lange nicht, dass die Sache jetzt mit der privaten Krankenversicherung (PKV) genauso glatt läuft. Die Beurteilung einer PKV hängt von anderen Kriterien ab. Es gibt leider regelmäßig Fälle, wo der Amtsarzt durchgewunken hat, die PKV jedoch ablehnt.

Leichtes Übergewicht und nicht ernstere chronische Krankheiten stellen meist kein großes Problem dar. Hier erfolgen lediglich Zuschläge auf die Prämie. Ganz anders bei Psychotherapien innerhalb der letzten 5 Jahre. Eine Ablehnung ist fast sicher. Dann bleibt nur die so genannte Öffnungsklausel. Offen gestanden, dann bist du leider nicht unser Kunde.

Wenn du sichergehen möchtest, dass dich nach erfolgreicher amtsärztlicher Untersuchung auch eine private Krankenversicherung aufnimmt, melde ich einfach bei uns. Wir helfen dir gern!

Referendariat: Wann muss wer zur Untersuchung?

Bundesländer, in denen die amtsärztliche Untersuchung zuerst nach dem Referendariat üblich sind:

  • Berlin
  • Niedersachen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Schleswig-Holstein
  • Sachsen-Anhalt
  • Thüringen
  • Mecklenburg-Vorpommern

Bundesländer, in denen die amtsärztliche Untersuchung zu Beginn des Referendariat UND zu Verbeamtung auf Probe (meist Nachsorgeuntersuchung) üblich sind:

  • Brandenburg
  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Hamburg
  • Hessen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Sachsen

10 Tipps für die amtsärztliche Untersuchung

  1. Es mag vielleicht komisch klingen, aber zieh zur amtsärztlichen Untersuchung bequeme Unterwäsche an! Es kann nämlich sein, dass du ein paar sportliche Übungen machen musst. Zum Beispiel mit durchgedrückten Knien die Hände zum Fußboden strecken. Es schadet also auch nicht schon ein paar Wochen vorher mit Dehnübungen deine Beweglichkeit zu verbessern.
  2. Geh am Vorabend früh schlafen und sieh möglichst fit aus.
  3. Verzichte Tage vor der amtsärztlichen Untersuchung auf Alkohol.
  4. Ernähre dich eine Woche vor der Untersuchung möglichst gesund. Das kann deine Blutwerte schon extrem verbessern. Schau dir doch mal die Paleo-Ernährung an.
  5. Prüfe deinen Impfausweis an, ist er auf dem neusten Stand? Hast du alle Impfungen? Ansonsten lasse deinen Impfstatus auffrischen.
  6. Das Frühstück am Tag der Untersuchung sollte ausgewogen und nicht zu reichhaltig sein. Vollgefuttert bewegt es sich nicht gut.
  7. Amtsärzte reden i.d.R. nicht um den heißen Brei herum und sprechen dich sehr direkt auf Themen an, die dich betreffen. Lass dich davon nicht verunsichern. Bleib trotzdem cool, bei der Wahrheit und antworte klar und deutlich.
  8. Nimm die Berichte, Atteste und Prognosen mit, die du vorbereitet und zusammengetragen hast.
  9. Ähnlich wie bei einem Vorstellungsgespräch, stellt dir der Amtsarzt durchaus auch Fragen. Überleg dir schon vor dem Termin, was deine Stärken und Schwächen sind. Bleib ehrlich bei den Schwächen, konzentriere dich aber auf das Positive: Deinen Stärken!
  10. Hab keine Angst! Wir haben hier manchmal Anfragen, wo wir selbst nicht glauben können, dass man mit der Anzahl an Vorerkrankungen verbeamtet werden kann. Das ist nicht abfällig gemeint, sondern nur ehrlich. Du musst keine Panik haben, meist wird es gar nicht so schlimm, wie du anfänglich denkst! Der Amtsarzt will dir nichts Böses!

Fazit zur amtsärztlichen Untersuchung

Entspann dich. Es gibt keinen Grund sich unnötig verrückt zu machen! 

In den allermeisten Fällen geht die amtsärztliche Untersuchung problemlos vonstatten. Der Amtsarzt ist kein Unmensch. Er will dir deine Zukunft nicht versauen. Er möchte einfach nur sicherstellen, dass du körperlich und mental in der Lage bist, bis zum 67. Lebensjahr (in manchen Berufen auch weniger) deinen Job machen zu können. 

Ein bisschen Übergewicht ist meist kein großes Problem, solange du keine Uniform tragen und Einbrecher verfolgen, oder eine Leiter zum Brandlöschen hinaufklettern sollst. 

Bleib bei der Wahrheit, halte dich an unsere Tipps und bei Fragen kannst du uns gerne ansprechen. Trage dich dazu einfach im folgenden Kontaktformular ein. 

Ansonsten wünschen wir dir viel Erfolg und hoffen, unser Artikel hat dir weitergeholfen!

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