Amtsärztliche Untersuchung:
Ablauf, Vorbereitung und was die PKV daraus macht
Die amtsärztliche Untersuchung ist die Gesundheitsprüfung vor deiner Verbeamtung. Ein Amtsarzt prüft im Auftrag deines Dienstherrn, ob du voraussichtlich bis zur Pension dienstfähig bleibst. Du füllst einen Fragebogen aus, sprichst mit dem Arzt und wirst körperlich untersucht, mit Blut- und Urinprobe. Das dauert meist eine Stunde. Perfekt musst du dafür nicht sein.
Für die allermeisten Lehrer, Referendare und Verwaltungsbeamten ist die Untersuchung beim Amtsarzt ein Termin, und danach ist das Thema durch.
Der Haken liegt woanders. Bestanden beim Amtsarzt heißt nicht, dass dich die private Krankenversicherung nimmt. Die prüft mit einem ganz anderen Maßstab. Wie beides zusammenhängt und was du vorher erledigen solltest, steht in diesem Ratgeber. Dazu der Ablauf, die Vorbereitung mit Checkliste und dein Plan B, falls es doch nicht klappt.

Das Wichtigste auf einen Blick
Was ist die amtsärztliche Untersuchung?
Die amtsärztliche Untersuchung ist die ärztliche Prüfung, ob du gesundheitlich für das Beamtenverhältnis geeignet bist. Dein künftiger Dienstherr schickt dich hin, bevor er dich verbeamtet. Oft heißt sie deshalb auch Einstellungsuntersuchung.
Der Grund steht im Beamtenstatusgesetz. Beamter wird, wer nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung passt (§ 9 BeamtStG). Zur Eignung gehört die Gesundheit. Eine Verbeamtung ist auf Lebenszeit angelegt. Deshalb will der Dienstherr vorher wissen, ob er dich bis zur Pension im Dienst hat. Einen Beamten auf Lebenszeit wird er so schnell nicht mehr los. Auch nicht, wenn der krank wird.
Wichtig: Der Amtsarzt entscheidet nicht über deine Verbeamtung. Er schreibt ein Gutachten. Entscheiden tut dein Dienstherr.
Mythen-Check: Was über den Amtsarzt erzählt wird
Rund um den Amtsarzt kursieren Geschichten, die vielen schlaflose Nächte machen. Die meisten stimmen so nicht.
| Was erzählt wird | Was stimmt |
|---|---|
| „Mit BMI über 30 wirst du nicht verbeamtet.“ | Stimmt so nicht. Übergewicht allein reicht für eine Ablehnung nicht, es kommt auf Begleiterkrankungen an. |
| „Wer mal in Therapie war, kann die Verbeamtung vergessen.“ | Stimmt nicht. Es zählen Art der Erkrankung und Prognose. Eine abgeschlossene Therapie ist oft kein Thema. |
| „Der Amtsarzt erzählt deinem Dienstherrn alles.“ | Stimmt nicht. Dein Dienstherr bekommt das Ergebnis, keine Diagnosen. |
| „Durchgefallen ist durchgefallen.“ | Nicht ganz. Es gibt Nachuntersuchungen, Auflagen, Widerspruch und Klage. |
| „Wer beim Amtsarzt durchkommt, kommt auch in die PKV.“ | Leider nein. Die PKV prüft mit ganz anderen Maßstäben. |
Gesundheitliche Eignung: Was der Amtsarzt wirklich prüft
Der Amtsarzt schaut nicht, ob du gesund bist. Er schaut, ob du es mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bis zur gesetzlichen Altersgrenze bleibst.
Diesen Maßstab hat das Bundesverwaltungsgericht 2013 festgelegt (Urteil vom 25.07.2013, 2 C 12.11). Vorher reichten schon Zweifel des Dienstherrn für eine Ablehnung. Seitdem muss er konkrete Anhaltspunkte haben, dass du vorzeitig dienstunfähig wirst. Mehr als 50 Prozent Wahrscheinlichkeit, nicht nur ein Bauchgefühl. Viele Gruselgeschichten über den Amtsarzt stammen aus der Zeit davor.
In der Praxis schaut der Amtsarzt auf Vorgeschichte und Prognose. Eine Amtsärztin beschrieb es in einer Reportage so: etwa fünf Jahre zurück und fünf nach vorn. Eine ausgeheilte Sache von vor zehn Jahren spielt meist keine Rolle mehr. Eine Erkrankung, die gerade akut ist, schon.
Was dein Dienstherr erfährt und was nicht
Dein Dienstherr bekommt das Ergebnis, nicht deine Krankenakte. Im Gutachten steht, ob du gesundheitlich geeignet bist und welche Einschränkungen für den Dienst wichtig sind. Diagnosen und Befunde bleiben in der Regel beim Gesundheitsamt.
Auch der Amtsarzt hat eine Schweigepflicht. Er gibt nur weiter, was dein Dienstherr für seine Entscheidung braucht. Wenn nötig, sind das auch die tragenden Gründe. Frag ruhig nach, was genau an deinen Dienstherrn gegangen ist.
Amtsarzt bei Dienstunfähigkeit:
Was anders ist, drei Tipps
Auch als Beamter kannst du später zum Amtsarzt geschickt werden, etwa nach langer Krankheit. Dann geht es nicht um deine Einstellung, sondern um deine Dienstfähigkeit und vielleicht um den Ruhestand. Das ist ein anderer Termin mit anderen Regeln. Ähnlich ist es, wenn deine Prüfungsfähigkeit oder die Folgen eines Dienstunfalls begutachtet werden.
Drei Dinge helfen dir bei diesem Termin:
Ab hier geht es wieder um die Untersuchung vor der Verbeamtung.
Amtsärztliche Untersuchung zur Verbeamtung: Wann musst du hin?
Wann du zur amtsärztlichen Untersuchung musst, legt dein Bundesland fest.
Die Faustregel: Spätestens vor der Verbeamtung auf Probe muss deine gesundheitliche Eignung feststehen, denn die Probezeit zielt schon auf die Lebenszeit. Ob du zusätzlich vor dem Referendariat zum Arzt musst, regelt jedes Land anders.
Auch wer prüft, ist verschieden: In Baden-Württemberg sind es niedergelassene Ärzte aus einer Liste. Hamburg und Bremen fangen mit einem Fragebogen an und untersuchen nur bei Auffälligkeiten. Und in Berlin darf das Gutachten bei der Ernennung höchstens sechs Monate alt sein.
Wichtig: Ich spreche hier aus meinen persönlichen Erfahrungen aus über 26 Jahren in der Beratung von Beamten. Wir haben unsere Kunden (i.d.R. angehende Beamte) dazu befragt, wie die Beurteilung bei ihnen abgelaufen ist und Infos, die wir von Beihilfe-Seiten und Co. haben. Aber in unserer schnelllebigen Zeit ändern sich Dinge oft schneller, als wir unsere Seite aktualisieren können. Deswegen geben wir keine Garantie, dass das, was wir dir hier sagen auch heute noch so stimmt. Wir sind weder dein Dienstherr, noch die Beihilfe. Es zählt, was dein Dienstherr oder die Beihilfe sagt.
Fahrplan nach Bundesland
Stand der Recherche: 15. Oktober 2026, vor allem anhand der Seiten, Merkblätter und Verordnungen der Länder selbst. „Laut Gesetz“ heißt: Das Landesbeamtengesetz schreibt es vor, eine Praxisbeschreibung des Landes habe ich nicht gefunden. „Offen“ heißt: Dafür gibt es keine verlässliche Quelle. Frag in beiden Fällen bei deiner Einstellungsbehörde nach.
| Land | Vor dem Referendariat | Vor der Probezeit | Wer prüft | Gut zu wissen |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | ja, ärztliches Zeugnis | in der Regel gilt das Zeugnis aus dem Referendariat | niedergelassener Arzt aus der Liste des Landesgesundheitsamts, frei wählbar | Honorar zahlte laut Infoblatt von 2016 der Bewerber |
| Bayern | ja, amtsärztliche Untersuchung | ja, gültiges Gesundheitszeugnis; neue Untersuchung nur nach Aktenprüfung | Gesundheitsamt mit Auftrag des Kultusministeriums | ohne Zeugnis nur Hospitation; Kosten erstattet, wenn du die Stelle annimmst |
| Berlin | Erklärung zum Gesundheitszustand; Amtsarzt nur bei wesentlicher Beeinträchtigung | ja | Gutachtenstelle beim LAGeSo oder ein Arzt der KV Berlin, nicht dein Hausarzt | Wohnsitz außerhalb Berlins: Untersuchung am Wohnort auf eigene Kosten |
| Brandenburg | kein Gesundheitsnachweis genannt, nur Masernschutz | ja, Gutachten oder Prüfung nach Aktenlage | Amtsarzt | vor der Lebenszeit oft nach Aktenlage |
| Bremen | nein, kein Gesundheitszeugnis verlangt | ja, amtsärztliches Zeugnis | Gesundheitsamt Bremen | erst Fragebogen, Untersuchung nur bei Auffälligkeiten |
| Hamburg | ja, Eignung nötig; Selbstauskunft beim Personalärztlichen Dienst | ja | Personalärztlicher Dienst des Personalamts | Online-Selbstauskunft, körperliche Untersuchung nur im Einzelfall |
| Hessen | ja, ärztliche Bescheinigung, kein Amtsarzt nötig | ja, spätestens hier | Gesundheitsamt am künftigen Dienstort | Einstellungsuntersuchung zahlst du; vor Lebenszeit gebührenfrei |
| Mecklenburg-Vorpommern | amtsärztliches Zeugnis nur, wenn die Behörde es anfordert | ja, amtsärztliches Gutachten | Gesundheitsamt; landesweite Koordinierungsstelle beim Finanzministerium | Gesundheitsamt rechnet mit dem Dienstherrn ab (Beispiel Vorpommern-Greifswald) |
| Niedersachsen | kein Gesundheitsnachweis genannt, nur Masernschutz | ja, laut Gesetz | Gesundheitsamt | ausnahmsweise auch ein anderer Arzt im Einzelfall |
| Nordrhein-Westfalen | nein, kein Gesundheitszeugnis | ja | Gesundheitsamt, meist am Wohnort | Kosten trägt laut Verwaltungsvorschrift die Dienststelle; oft erst Vorkasse |
| Rheinland-Pfalz | ja, amtsärztliche Untersuchung | ja, Gesundheitszeugnis oder ärztliches Attest | Gesundheitsamt | Zulassung und Einstellung über die ADD Trier |
| Saarland | Eignung nötig, aber kein Gesundheitszeugnis in der Unterlagenliste | ja, laut Gesetz | Amtsarzt oder bestimmter Arzt | zum Referendariat nur Masernnachweis verlangt |
| Sachsen | ja, Gesundheitszeugnis | ja, das Gesundheitsamt untersucht aber grundsätzlich nur einmal | Amtsarzt, für Lehrkräfte seit 2018 auch Hausärzte | zweite Untersuchung nur bei Bedenken oder Empfehlung |
| Sachsen-Anhalt | nein, eigene Erklärung reicht | ja | zentrale ärztliche Untersuchungsstelle oder zugelassener Amtsarzt | Zeugnis aus vorherigem Beamtenverhältnis kann reichen |
| Schleswig-Holstein | kein Gesundheitszeugnis; Bewerbung fragt nach Erkrankungen | ja, laut Gesetz | Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) | Masernnachweis erst nach Einstellung an der Schule |
| Thüringen | kein Gesundheitszeugnis bei der Bewerbung verlangt | ja | Gesundheitsamt | Kosten für Probe und Lebenszeit übernimmt der Dienstherr; das Finanzressort zieht laut Beamtenbund erst ab 2025 nach |
Die Tabelle zeigt, was für Lehrkräfte gilt, weil sie die größte Gruppe sind. Für Polizei, Justiz oder Verwaltung kann es abweichen. Verbindlich ist immer das, was in deinem Einstellungsschreiben oder im Untersuchungsauftrag steht.
Muss ich vor der Verbeamtung auf Lebenszeit nochmal zum Amtsarzt?
Meistens nicht. Eine Regel, nach der vor der Lebenszeit grundsätzlich noch einmal untersucht wird, habe ich in keinem Land gefunden. Sachsen schreibt sogar ausdrücklich, dass das Gesundheitsamt grundsätzlich nur einmal untersucht. In NRW wird vor der Lebenszeit nur bei Zweifeln an deiner Gesundheit neu geprüft. Hessen ist eine Ausnahme: Dort kann vor der Lebenszeit ein amtsärztliches Gutachten kommen, und diese Untersuchung ist für dich gebührenfrei. Eine zweite Untersuchung gibt es vor allem, wenn:
Und eine Erkrankung, die schon vor der Probezeit bekannt war, darf dir vor der Lebenszeit nicht einfach neu vorgehalten werden. Das geht nur, wenn sich an der Lage etwas geändert hat. So hat es das Bundesverwaltungsgericht entschieden (Urteil vom 30.10.2013, 2 C 16.12).
Stellt sich in der Probezeit heraus, dass du gesundheitlich doch nicht geeignet bist, kann dein Dienstherr dich als Beamter auf Probe entlassen, statt dich auf Lebenszeit zu ernennen (§ 23 Abs. 3 Nr. 2 BeamtStG). Auch dann gilt der Maßstab der überwiegenden Wahrscheinlichkeit.
So bewerten uns unsere Kunden
Anonym4 days agoTrustindex überprüft, ob die Originalquelle der Bewertung Provenexpert ist.
Christian hat uns sicher und kompetent durch den Dschungel der PKV geführt. Aus der für uns unüberschaubar großen Menge an Alternativen hat Christian die passenden für uns herausgefiltert. Er konnte die Auswahl kompetent und verständlich erklären. Nachfragen hat er geduldig und vor allem verständlich beantwortet. Christian kann Versicherungsdeutsch souverän in Alltagsdeutsch übersetzen. Er antwortet super schnell und fundiert.
Paul6 days agoTrustindex überprüft, ob die Originalquelle der Bewertung Provenexpert ist.
Ich persönlich bin mit fairbeamtet sehr zufrieden. Mich hat der liebe Christian beraten und konnte mir bei sämtlichen Fragen weiterhelfen. Die Kommunikation war sehr unkompliziert und Lied reibungslos. Ebenfalls die Beratung waren einfach perfekt. Deswegen von mir eine ganz klare Empfehlung. Christian vielen lieben Dank nochmal an dich! Paul
Dr Lück10 days agoTrustindex überprüft, ob die Originalquelle der Bewertung Provenexpert ist.
Virginia (Jeany) ist sehr kompetent und findet für die individuelle Situation die beste Lösung.
Veronika Kruger14 days agoTrustindex überprüft, ob die Originalquelle der Bewertung Google ist.
Ich wurde von Sebastian Gottschalk für die private Krankenversicherung beraten und von Sven Dottermann für die Dienstunfähigkeitsversicherung. Ich bin sehr dankbar für die sympathische, ausführliche und professionelle Beratung! Anstatt dass einem eine bestimmte Versicherung aufgedrückt wird, wurde man mit seinen Wünschen als Kunde miteinbezogen und bestens beraten. Es war alles sehr transparent und nachvollziehbar, um selbst die Entscheidung für eine gute Versicherung zu treffen. Außerdem wurden Fragen immer schnell beantwortet und beide waren für ein persönliches Gespräch stets erreichbar. Ich empfehle fairbeamtet definitiv weiter!
Anonym20 days agoTrustindex überprüft, ob die Originalquelle der Bewertung Provenexpert ist.
Habe meine private Krankenversicherung bei Fairbeamtet gefunden und abgeschlossen. Als es im Laufe der Zeit ein Problem zur Klärung gab mit der Versicherung hat Herr Buchholz sich super um mein Anliegen gekümmert . Bin sehr zufrieden.
Hengjie Grimm26 days agoTrustindex überprüft, ob die Originalquelle der Bewertung Google ist.
Ich kann Sven von fairbeamtet uneingeschränkt weiterempfehlen. Er ist super freundlich, nimmt sich viel Zeit und geht auf alle Fragen ausführlich ein. Man merkt, dass er über sehr viel Erfahrung in der Branche verfügt. Die Beratung war von Anfang bis Ende transparent, verständlich und auf meine persönliche Situation abgestimmt. Ich habe mich jederzeit gut aufgehoben und beraten gefühlt. Vielen Dank für die tolle Unterstützung, Sven!
Philip Mucker33 days agoTrustindex überprüft, ob die Originalquelle der Bewertung Provenexpert ist.
Ich bin über die Empfehlung von Bekannten zu fairbeamtet gekommen und hatte Luisa als Ansprechpartnerin. Obwohl ich aufgrund meines kurz bevorstehenden Dienstantritts bereits relativ spät dran war, konnte ich durch Luisas umfassende und kompetente Beratung schnell die für mich passende PKV finden. Bei Fragen konnte ich mich jederzeit melden und bekam stets sehr schnell eine Rückmeldung. Besonders angenehm fand ich die unkomplizierte und persönliche Betreuung. Gerade in der ohnehin etwas stressigen Phase rund um den Dienstantritt war es sehr hilfreich, eine so zuverlässige Ansprechpartnerin zu haben. Ich habe mich von Anfang an gut aufgehoben und beraten gefühlt und kann Luisa als Ansprechpartnerin und fairbeamtet daher uneingeschränkt weiterempfehlen.
Anonym34 days agoTrustindex überprüft, ob die Originalquelle der Bewertung Provenexpert ist.
Christian ist freundlich, kompetent, zuverlässig, antwortet schnell und ist bei Nachfragen immer erreichbar :). Sein Fachwissen zur PKV hat mir sehr weitergeholfen.
Anonym34 days agoTrustindex überprüft, ob die Originalquelle der Bewertung Provenexpert ist.
Christian Beine hat mich ausführlich und kompetent rund um die PKV beraten. Er war sehr freundlich, zuverlässig und bei Fragen immer schnell erreichbar.
Anonym34 days agoTrustindex überprüft, ob die Originalquelle der Bewertung Provenexpert ist.
Auf der Suche nach einer PKV, hat mich Christian immer kompetent und sachlich beraten. Die Zusammenarbeit war sehr freundlich und angenehm. Die Rückantworten auf meine Fragen kammen immer sehr schnell. Ich kann ihn nur weiterempfehlen.
Ablauf der amtsärztlichen Untersuchung: Was passiert beim Amtsarzt?
Beim Amtsarzt füllst du einen Fragebogen aus, sprichst mit dem Arzt und wirst körperlich untersucht. Der Ablauf der amtsärztlichen Untersuchung ist fast überall gleich. Er unterscheidet sich je nach Amtsarzt und Bundesland nur in Kleinigkeiten. Im Grunde ist die Amtsarzt-Untersuchung ein gründlicher Check-up, wie bei deinem Hausarzt.
Der Fragebogen: Musst du dem Amtsarzt alles sagen?
Ja, alles, wonach gefragt wird. Beantworte jede Frage ehrlich und vollständig. Eine Ernennung, die durch arglistige Täuschung zustande kam, wird zurückgenommen (§ 12 BeamtStG). Auch Jahre später. Ein verschwiegener Klinikaufenthalt ist das Risiko nicht wert.
Gefragt wird nach deiner Krankengeschichte, nach Krankenhausaufenthalten und Operationen, nach Medikamenten und deinen Ärzten. Dazu nach Alkohol, Nikotin, Drogen und Sport. Und nach ernsten Erkrankungen bei Eltern und Geschwistern. Die führen nach allem, was ich höre, höchstens zu einer Nachfrage.
Wie so ein Fragebogen aussieht, zeigt zum Beispiel der Fragebogen des Gesundheitsreferats München für den Vorbereitungsdienst. Für NRW gibt es keinen landesweiten Bogen, ein Beispiel ist der Fragebogen zur Krankheitsgeschichte des Kreises Gütersloh.
Wie weit du zurückgehen musst, steht in der jeweiligen Frage. Mal sind es fünf Jahre, mal zehn, mal „jemals“. Lies jede Frage genau und halte dich an genau diesen Zeitraum. In den Foren werden diese Fristen ständig mit denen aus PKV- oder BU-Anträgen verwechselt. Die haben damit nichts zu tun.
Du weißt nicht mehr genau, wann du wegen was beim Arzt warst? Dann frag bei deiner Krankenkasse nach, welche Diagnosen sie über dich gespeichert hat. Darauf hast du ein Auskunftsrecht. So siehst du auch Diagnosen, von denen du nichts wusstest, und kannst falsche Diagnosen vorher klären und ggfs. beim Arzt ändern lassen oder dir ein Attest besorgen, auf dem die Diagnose richtig gestellt wird. Das ist übrigens auch später beim PKV-Antrag von Vorteil.
Dir fällt nach dem Termin ein, dass du etwas vergessen hast? Reich es nach, mit einem kurzen Schreiben und dem Bericht. Was du selbst nachmeldest, ist kein Problem. Was später auffliegt, schon.
Das Gespräch mit dem Amtsarzt
Nach dem Fragebogen geht der Amtsarzt deine Angaben mit dir durch. Viele Amtsärzte reden nicht um den heißen Brei herum und sprechen Auffälligkeiten direkt an. Lass dich davon nicht verunsichern. Antworte ruhig, klar und ehrlich. Hast du eine Vorerkrankung, erklär kurz, wie es dir heute damit geht, und leg den Bericht deines Facharztes auf den Tisch. Das wirkt mehr als jede lange Rechtfertigung.
Gesundheitliche Eignung für Beamte: Was wird untersucht?
Untersucht wird, was du von einem gründlichen Check-up kennst. Nicht jeder Amtsarzt macht alles:
Beim Gleichgewicht kann es passieren, dass du 30 Sekunden mit geschlossenen Augen auf einem Bein stehen sollst. Bei der Beweglichkeit sollst du vielleicht mit durchgedrückten Knien die Zehen berühren. Zieh dir also saubere und bequeme Unterwäsche an. Du stehst einen Teil der Zeit darin vor dem Arzt.
Amtsarzt-Bluttest: Was wird getestet?
Getestet werden beim Amtsarzt die üblichen Standardwerte. Welche genau, entscheidet er. Typisch sind:
Ein einzelner Ausreißer ist kein Drama. Er führt höchstens zu einer Nachfrage. Kritisch wird es, wenn mehrere Werte zusammen auf eine Erkrankung mit schlechter Prognose hindeuten.
Urinprobe beim Amtsarzt: Was wird untersucht?
Bei der Urinprobe werden vor allem Hinweise auf Diabetes, Nieren und Entzündungen gesucht:
Und der Drogentest, auch auf THC? Das ist die Frage, die unter beliebten YouTube Erklärvideos am häufigsten kommt. Bei Lehrern und in der Verwaltung ist ein Drogenscreening die Ausnahme. Nach dem Konsum fragt der Fragebogen, auch nach Cannabis. Bei Polizei, Zoll und Justizvollzug musst du mit einem Screening rechnen.
Wie lange dauert eine amtsärztliche Untersuchung?
Eine amtsärztliche Untersuchung dauert in der Regel etwa eine Stunde. Bei der Polizei kann es ein ganzer Tag werden, mit mehreren Stationen und Wartezeiten dazwischen.
Das Ergebnis bekommst du manchmal direkt am Ende mitgeteilt. Müssen noch Laborwerte oder Berichte deiner Fachärzte abgewartet werden, dauert es länger. Das Gesundheitsreferat München nennt etwa zwei Wochen nach der Untersuchung, bei schwierigen Fällen mehr.
Das Ergebnis: amtsärztliches Gesundheitszeugnis und Gutachten
Am Ende steht das amtsärztliche Gesundheitszeugnis, je nach Land auch Gutachten oder Stellungnahme genannt. Es geht an deinen Dienstherrn. Drin steht, ob du gesundheitlich geeignet bist. Manchmal auch mit Einschränkung oder mit dem Vermerk, dass vor Verbeamtung auf Lebenszeit noch einmal geprüft wird.
Wenn du am Tag der Untersuchung nicht fit bist
Dann sag es dem Arzt. Ein schlechter Tag ist kein K.-o.-Kriterium.
Meine Tochter hatte eine Woche vor ihrer Eignungsuntersuchung Corona, mit Symptomen wie bei einer Grippe. Sie war noch nicht wieder ganz fit. Der Amtsarzt war mit ihrem Cardio-Test nicht zufrieden. Statt sie durchfallen zu lassen, hat er sie vier Wochen später noch einmal bestellt. Beim zweiten Anlauf passte alles, und er hat dem Dienstherrn grünes Licht gegeben. Bist du richtig krank, verschieb den Termin lieber.
Wie bereitest du dich auf den Amtsarzt vor? Tipps und Checkliste
Die beste Vorbereitung ist Papier. Nicht Fasten, nicht Joggen in der letzten Woche.
Trag vorher zusammen, was der Amtsarzt über deine Vorgeschichte wissen will: Entlassungsberichte aus dem Krankenhaus, Befunde, Atteste. Wenn du eine Erkrankung hast oder hattest, besorg dir einen aktuellen Bericht deines Facharztes oder Therapeuten mit einer Prognose. Ein Satz wie „stabil, gut eingestellt, keine Einschränkungen im Beruf zu erwarten“ hilft dem Amtsarzt mehr als jede Erklärung von dir.
Kennst du einen Wert, der bei dir schwankt, etwa den Blutdruck? Dann lass ihn vorher beim Hausarzt prüfen. Eine 24-Stunden-Messung zeigt mehr als ein nervöser Wert im Wartezimmer. So kommst du mit einer Erklärung statt mit einer Überraschung.
Checkliste für die amtsärztliche Untersuchung
Mitnehmen
Vorher erledigen
Am Vortag und am Tag selbst
Vorerkrankungen, Psychotherapie, BMI: Was spricht wirklich gegen die Verbeamtung?
Weniger, als die meisten befürchten. Bei unseren Kunden sehe ich fast jeden Tag Urkunden, die trotz einiger Diagnosen in der Akte überreicht wurden. Was ich dir aber nicht verschweigen will: Das Ergebnis hängt auch vom einzelnen Amtsarzt ab. Bei Grenzfällen sieht es der eine strenger als der andere. Umso wichtiger sind gute Unterlagen.
Welche Krankheiten schließen eine Verbeamtung aus?
Eine feste Liste mit Ausschlusskriterien gibt es nicht. Seit 2013 muss der Dienstherr im Einzelfall belegen, dass du mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vor der Altersgrenze dienstunfähig wirst. Eine Diagnose allein reicht dafür nicht. Das gilt auch für chronische Erkrankungen wie Diabetes oder eine Schilddrüsenerkrankung, wenn sie gut eingestellt sind und die Prognose stimmt.
Eng wird es in der Praxis vor allem in drei Fällen:
- bei schweren Erkrankungen mit schlechter Prognose, die oft zu langen Ausfällen führen,
- wenn eine Erkrankung gerade akut ist und noch niemand sagen kann, wie sie verläuft,
- wenn mehrere Risiken zusammenkommen, etwa starkes Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes.
Bei Polizei, Feuerwehr und Justizvollzug sind die körperlichen Anforderungen höher, dazu weiter unten mehr.
Verbeamtung trotz Psychotherapie: Gesundheit geht vor
Eine Psychotherapie ist kein Ausschlussgrund für die Verbeamtung. Es kommt auf die Art der Erkrankung und die Prognose an. Viele Amtsärzte werten es sogar positiv, dass du dir Hilfe geholt hast. Das gilt auch für ADHS. In Foren berichten viele, dass sie mit angegebener Diagnose und einem Bericht ihres Psychiaters problemlos verbeamtet wurden.
Trotzdem schieben viele angehende Lehrer eine Therapie auf, aus Angst vor dem Amtsarzt. Davon halte ich nichts. Eine psychische Erkrankung, die du nicht behandelst, kann schlimmer werden. Und dann wird sie erst recht zum Problem, für dich und für deine Verbeamtung. Gesundheit geht vor.
Wenn du eine Therapie hinter dir hast, nimm einen Abschlussbericht mit, am besten mit Prognose. Wie selten Ablehnungen wegen der Psyche tatsächlich sind, zeigt eine Zahl aus Bremen: Dort gab es laut einer Reportage zwischen 2019 und 2021 bei 958 Verbeamtungen 2 Ablehnungen aus psychischen Gründen.
Die Kehrseite ist die PKV. Dazu gleich mehr.
BMI und Verbeamtung: Ab wann es eng wird
Ein BMI über 30 ist für die Verbeamtung kein automatisches Aus. Kritisch wird es, wenn zum Übergewicht weitere Risiken kommen, etwa Bluthochdruck, Diabetes oder Probleme mit den Gelenken.
Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof gab 2012 einer Beamtin auf Probe recht, die wegen leichter Adipositas nicht auf Lebenszeit verbeamtet werden sollte. Dass Adipositas Grad I allein das Risiko einer vorzeitigen Dienstunfähigkeit erhöht, ließ sich laut Gutachten nicht belegen.
Und manchmal gibt der Dienstherr dir Zeit. Eine Kundin von uns wurde trotz Übergewicht auf Probe verbeamtet. Ihr Land gab ihr die Chance, bis zur nächsten Untersuchung vor der Lebenszeit abzunehmen. Sie hat sich einen Hund angeschafft und in den zwei Jahren 39 Kilo verloren. Bei der zweiten Untersuchung gab es keine Beanstandung mehr, und sie ist heute Beamtin auf Lebenszeit.
Mit Schwerbehinderung zur Verbeamtung
Mit einer Schwerbehinderung musst du nur ein Mindestmaß an körperlicher Eignung für deine Laufbahn mitbringen. Du kannst also verbeamtet werden, auch wenn eine vorzeitige Dienstunfähigkeit möglich ist. Das gilt auch bei einer Gleichstellung.
Wenn du eine Schwerbehinderung hast und eine Ablehnung droht, wende dich an die Schwerbehindertenvertretung deines künftigen Dienstherrn.
Polizei, Feuerwehr, Zoll: Wird hier strenger geprüft?
Ja und nein. Die körperlichen Anforderungen sind höher, der rechtliche Maßstab ist derselbe. Wer Uniform tragen will, muss körperlich mehr können und wird deshalb gründlicher untersucht. Verständlich. Wer einem Einbrecher hinterherrennen soll, braucht eine andere Fitness als eine Lehrerin (Sportlehrer ausgeschlossen).
Beim Maßstab gibt es keinen Unterschied zu allen anderen Beamten. Das hat das Bundesverwaltungsgericht 2025 klargestellt (Urteil vom 13.02.2025, 2 C 4.24).
Bist du heute voll polizeidienstfähig, darf dich der Dienstherr nur ablehnen, wenn du mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vor der Altersgrenze polizeidienstunfähig wirst. Ein erhöhtes Risiko reicht dafür nicht. Im Fall ging es um einen Anwärter, der in der Ausbildung einen Schlaganfall hatte. Das Land musste ihn trotzdem auf Probe übernehmen.
Die polizeiärztliche Untersuchung dauert oft einen ganzen Tag, mit Belastungs-EKG, genauem Sehtest samt Farbsehen und oft einem Sporttest. Am Belastungs-EKG scheitern laut dem polizeiärztlichen Dienst in NRW besonders viele. Bereite dich mit Ausdauertraining wie Radfahren darauf vor. Neue Tattoos, Verletzungen oder Unfälle musst du nach der Untersuchung bis zum Dienstantritt übrigens melden.
Welche Anforderungen du heute erfüllen musst, regelt die Polizeidienstvorschrift 300. Typische Stolpersteine sind ein deutlich erhöhter BMI, Bluthochdruck unter Belastung, Asthma je nach Ausprägung, Diabetes, eine Rot-Grün-Schwäche oder schlechtes Dämmerungssehen, Schwerhörigkeit und psychische Erkrankungen.
Der Vorteil für deine PKV
Wer gerade als diensttauglich eingestellt wurde, ist meist gesund. Deshalb fragen einige Versicherer Polizei- und Feuerwehranwärter deutlich weniger nach ihrer Gesundheit. Drei Beispiele mit Stand 2026:
| Versicherer | Was gilt | Bedingung |
|---|---|---|
| UKV | keine Gesundheitsfragen, für heilfürsorgeberechtigte Polizeianwärter (Option auf spätere Beihilfeversicherung) | Antrag bis 3 Monate nach Ausbildungsbeginn |
| DBV | Spezialantrag: Erkrankungen der letzten 3 Monate, dazu Größe, Gewicht, je nach Tarif Brille und Zähne | Antrag bis 3 Monate nach Dienstbeginn |
| Barmenia | Kurzantrag mit 5 Gesundheitsfragen, Erkrankungen der letzten 5 Jahre | Diensttauglichkeit uneingeschränkt, Untersuchung höchstens 3 Monate alt, Nachweis beilegen |
Ähnlich kenne ich es von der Signal Iduna.
Wichtig ist, ob du Heilfürsorge oder Beihilfe bekommst. Das regelt jedes Land selbst, bei der Feuerwehr teils jede Kommune. Mit Heilfürsorge geht es meist um eine Anwartschaft und Ergänzungstarife, mit Beihilfe um die volle Beihilfe-Versicherung.
Ablauf der Online-Beratung bei fairbeamtet.de

Amtsarzt und PKV: Warum prüfen beide so unterschiedlich?
Der Amtsarzt und die private Krankenversicherung haben nichts miteinander zu tun. Sie prüfen deine Gesundheit mit ganz unterschiedlichen Fragen. Das wird ständig verwechselt, auch von Beamten, die die Untersuchung schon hinter sich haben.
| Amtsarzt | Private Krankenversicherung | |
|---|---|---|
| Wer prüft | Gesundheitsamt oder beauftragter Arzt im Auftrag deines Dienstherrn | der Versicherer, anhand deines Antrags |
| Die Frage dahinter | Schaffst du es bis zur Pension? | Wie teuer wirst du für die Versicherung? |
| Maßstab | Dienstunfähigkeit muss überwiegend wahrscheinlich sein | Jede Diagnose zählt, auch eine harmlose |
| Wie weit zurück | Vorgeschichte und Prognose, je nach Erkrankung | fest im Antrag geregelt, oft 3, 5 oder 10 Jahre |
| Mögliche Folgen | geeignet, geeignet mit Nachprüfung, nicht geeignet | Annahme, Risikozuschlag, Leistungsausschluss, Ablehnung |
| Was du tun kannst | Unterlagen, Prognose, Widerspruch | Anwartschaft vorher, anonyme Risikovoranfrage, Öffnungsaktion |
Warum der Amtsarzt dich verbeamtet und die PKV trotzdem einen Zuschlag will
Beim Amtsarzt geht es nur darum, ob du Beamter werden kannst. Viele Erkrankungen, mit denen du problemlos verbeamtet wirst, kosten dich bei der PKV einen Risikozuschlag. In schlimmeren Fällen lehnt die Versicherung dich ab.
Am deutlichsten sehe ich das bei der Psychotherapie. Beim Amtsarzt ist eine abgeschlossene Therapie oft kein Thema. Bei der PKV sieht es nach meiner Erfahrung so aus:
- Therapie in den letzten 3 Jahren: Im normalen Antrag ist eine Ablehnung fast sicher.
- Länger als 3 Jahre her: Manche Versicherer haben Sonderregeln. Zum Beispiel versicherbar, wenn es weniger als 20 Sitzungen waren und die Therapie nicht länger als 6 Monate gedauert hat.
- Mindestens 5, besser 10 Jahre her: Dann geht es meistens wieder.
Dazu kommt: Was der Amtsarzt dokumentiert, gehört später in deinen PKV-Antrag. Ein erhöhter Blutdruck, ein Cholesterinwert, eine Skoliose, die vorher keiner bemerkt hatte. Der Amtsarzt hakt das ab. Die PKV fragt danach.
Erst absichern, dann zum Amtsarzt
Die beste Lösung ist eine Anwartschaft oder ein Optionstarif, bevor du zum Amtsarzt gehst. Damit sicherst du dir deinen jetzigen Gesundheitszustand für die spätere PKV. Was danach beim Amtsarzt herauskommt, spielt für die Versicherung keine Rolle mehr.
Am besten schließt du so eine Anwartschaft schon zum Start ins Lehramtsstudium ab. Spätestens vor dem Referendariat. Je früher, desto weniger steht in deiner Akte.
Und wenn du schon Diagnosen hast? Dann frag anonym bei mehreren Versicherern an, bevor du einen Antrag mit deinem Namen stellst. So erfährst du, wer dich zu welchen Bedingungen nimmt, ohne dass eine Ablehnung irgendwo gespeichert wird. Genau das machen wir in unserer kostenlosen Online-Beratung.
Öffnungsaktion: Schätz dich nicht selbst ein
Für Beamte gibt es die Öffnungsaktion der PKV. Wer sie nutzt, wird nicht abgelehnt, und der Risikozuschlag ist auf höchstens 30 Prozent begrenzt. Das gilt in den ersten sechs Monaten nach der ersten Verbeamtung.
Bei der Öffnungsaktion sind nach meiner Erfahrung zum Beispiel die Debeka und die BBKK gut aufgestellt.
Aber entscheide nicht selbst, ob du ein Fall für die Öffnungsaktion bist. Ich erlebe immer wieder, dass sich Beamte dabei selbst völlig falsch einschätzen. Wer ein paar Kleinigkeiten hat, glaubt schnell, er komme nur über die Öffnungsaktion in die PKV. Und wer wirklich schwer erkrankt ist, hält sich für kerngesund. Beides kann teuer werden. Lass das jemanden einschätzen, der die Annahmepraxis der Versicherer kennt.
Beim Amtsarzt durchgefallen: Was passiert jetzt mit deiner Verbeamtung?
Wenn du beim Amtsarzt durchgefallen bist, ist deine Verbeamtung noch nicht vom Tisch. Das Gutachten ist eine Empfehlung. Die Entscheidung trifft dein Dienstherr, und gegen die kannst du vorgehen. Seit 2013 muss er belegen, dass du mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vorzeitig dienstunfähig wirst. Nicht du musst beweisen, dass du gesund bleibst.
Dein Plan B, Schritt für Schritt:
- Gutachten anfordern. Lass dir das Gutachten oder zumindest die tragenden Gründe geben.
- Mit deinem Facharzt sprechen. Eine fachärztliche Stellungnahme mit Prognose ist dein stärkstes Argument. Einen anderen Amtsarzt nach deiner Wahl bekommst du in der Regel nicht.
- Fristen beachten. Gegen den Bescheid kannst du Widerspruch einlegen und danach vor dem Verwaltungsgericht klagen. In der Regel hast du dafür einen Monat Zeit. Ob erst ein Widerspruch nötig ist, regelt dein Land.
- Hilfe holen. Personalrat, Schwerbehindertenvertretung, Gewerkschaft oder ein Fachanwalt für Verwaltungsrecht.
Manchmal gibt es auch einen Mittelweg: Probe mit Auflage, etwa abzunehmen. Wie bei der Kundin von oben.
Klappt es endgültig nicht, kannst du meist als Angestellter im öffentlichen Dienst arbeiten. Studium und Referendariat sind also nicht umsonst. Du verdienst dann aber in der Regel weniger netto und hast keinen Anspruch auf Beihilfe.
Und deine PKV? Bist du wieder versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung, wird der PKV-Vertrag in der Regel aufgehoben. Meist reicht die Mitgliedsbescheinigung der Krankenkasse. Manche behalten dann Zusatztarife zur GKV, und das ist nicht das Schlechteste.
Verzögert sich das Gutachten nur, wirst du in vielen Ländern übergangsweise als Angestellter eingestellt und später verbeamtet.
5 Fehler, die dich beim Amtsarzt Nerven kosten
- Angaben weglassen. Was du verschweigst, kann dich Jahre später die Ernennung kosten.
- Eine Therapie aus Angst aufschieben. Die Erkrankung wird davon nicht besser.
- Die PKV erst nach dem Amtsarzt abschließen. Dann kann jeder Befund zum Risikozuschlag werden.
- Ohne Unterlagen hingehen. Das kostet Rückfragen und manchmal einen zweiten Termin.
- Dich bei der Öffnungsaktion selbst einschätzen. Die meisten liegen damit daneben.
Fazit: So gehst du in die amtsärztliche Untersuchung
Vor der amtsärztlichen Untersuchung musst du keine Angst haben. Der Amtsarzt sucht keine Perfektion. Er fragt sich nur, ob du mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bis zur Pension dienstfähig bleibst. Mit ehrlichen Angaben und guten Unterlagen zu deinen Vorerkrankungen kommst du in den allermeisten Fällen durch.
Wichtiger als die ärztliche Untersuchung selbst ist die Reihenfolge. Sichere dir deinen Gesundheitszustand für die PKV, bevor du zum Amtsarzt gehst, mit einer Anwartschaft oder einem Optionstarif. Dann kann dir kein Befund aus der Untersuchung später einen Risikozuschlag einbringen.
Wenn du wissen willst, ob du für die PKV schon jetzt etwas tun solltest oder ob du ein Fall für die Öffnungsaktion bist: Das klären wir in unserer kostenlosen Online-Beratung. Wir haben das schon über 20.000 Mal gemacht.
FAQ zur amtsärztlichen Untersuchung
Was ist ein Amtsarzt?
Ein Amtsarzt ist ein Arzt im öffentlichen Gesundheitsdienst, meist beim Gesundheitsamt. Und was macht ein Amtsarzt? Er behandelt nicht, er begutachtet. Er erstellt Gutachten für Behörden, zum Beispiel über die gesundheitliche Eignung vor einer Verbeamtung. Amtsärzte haben in der Regel eine Weiterbildung zum Facharzt für Öffentliches Gesundheitswesen.
Wann muss man zum Amtsarzt?
Vor der Verbeamtung, je nach Bundesland vor dem Referendariat, vor der Probezeit oder vor der Lebenszeit. Als Beamter außerdem, wenn dein Dienstherr an deiner Dienstfähigkeit zweifelt.
Was kostet die amtsärztliche Untersuchung und wer zahlt?
Die Kosten der amtsärztlichen Untersuchung regelt jedes Land anders. Oft zahlst du erst selbst und bekommst das Geld später zurück.
- Bayern: In München kostet die Untersuchung etwa 90 bis 300 Euro. Erstattet wird sie, wenn du die angebotene Stelle annimmst, per Antrag mit Rechnung.
- NRW: Die Kosten trägt laut Verwaltungsvorschrift die Dienststelle. Manche Gesundheitsämter verlangen trotzdem erst Vorkasse.
- Berlin: Die künftige Dienstbehörde zahlt. Wohnst du zum Referendariat außerhalb Berlins, zahlst du die Untersuchung am Wohnort selbst.
- Hessen: Die Einstellungsuntersuchung zahlst du selbst. Die Untersuchung vor der Lebenszeit ist gebührenfrei.
- Thüringen: Für Probe und Lebenszeit zahlt der Dienstherr. Im Finanzressort gilt das laut Beamtenbund erst ab 2025.
- Baden-Württemberg: Das Arzthonorar zahlte laut Infoblatt von 2016 der Bewerber.
Für die übrigen Länder habe ich keine verlässliche Angabe gefunden. Frag vorher bei deiner Einstellungsbehörde nach.
Wie läuft die amtsärztliche Untersuchung in NRW ab?
In NRW läuft die amtsärztliche Untersuchung ab wie oben beschrieben: Fragebogen, Gespräch, körperliche Untersuchung. Zuständig ist das Gesundheitsamt, im Regelfall das an deinem Wohnort. Für das Referendariat brauchst du in NRW kein Gesundheitszeugnis. Untersucht wirst du vor der Verbeamtung auf Probe, entscheiden tut danach die Bezirksregierung.
Muss ich der PKV sagen, was beim Amtsarzt herausgekommen ist?
Das Gutachten musst du nicht vorlegen. Die Gesundheitsfragen im PKV-Antrag musst du aber ehrlich und vollständig beantworten. Hat der Amtsarzt etwas gefunden, nach dem die PKV fragt, gehört es in den Antrag. Wer das weglässt, riskiert, dass die Versicherung später vom Vertrag zurücktritt und nichts zahlt.
Wie bekomme ich einen Termin beim Amtsarzt?
Du bekommst von deinem Dienstherrn einen Untersuchungsauftrag. Mit dem meldest du dich beim zuständigen Gesundheitsamt, meist dem an deinem Wohnort, oder bei der Stelle, die im Auftrag steht. Die Wartezeiten sind je nach Amt sehr unterschiedlich und können mehrere Wochen betragen. Kümmere dich also gleich darum, wenn der Auftrag da ist. In Bayern zum Beispiel darfst du ohne gültiges Zeugnis im Referendariat nur unbezahlt hospitieren.
Kann der Amtsarzt meine Krankenakte einsehen?
Nicht ohne dich. Der Amtsarzt kann Befunde bei deinen Ärzten anfordern, wenn du sie von der Schweigepflicht entbindest. Du kannst die Unterlagen aber auch selbst besorgen und mitbringen. Das geht oft schneller, und du weißt, was drinsteht. Manche Gesundheitsämter berechnen dir die Kosten für angeforderte Befundberichte.
Kann ich den Amtsarzt frei wählen?
In den meisten Ländern nicht. Mit deinem Untersuchungsauftrag gehst du zum zuständigen Gesundheitsamt, in Hessen zum Beispiel zu dem am künftigen Dienstort. Wo niedergelassene Ärzte untersuchen, etwa in Baden-Württemberg, suchst du dir einen Arzt aus einer Liste aus.
Muss ich eine psychologische Beratung an der Uni angeben?
Eine Beratung ist keine Behandlung, und der Fragebogen fragt meist nach Behandlungen. Lies die Frage genau. Bist du unsicher, gib es an und erklär es im Gespräch.
Quellen
Quellen und Rechtsgrundlagen
Gesetze und Verordnungen
- Beamtenstatusgesetz (BeamtStG), § 9, § 12, § 23 Abs. 3 Nr. 2, § 27, § 54 Abs. 2 · abgerufen am 15.10.2026
- Verwaltungsgerichtsordnung (VwGO), § 70 (Widerspruchsfrist), § 74 (Klagefrist) · abgerufen am 15.10.2026
- Infektionsschutzgesetz (IfSG), § 20 Abs. 8 und 9 (Masernschutz) · abgerufen am 15.10.2026
- Datenschutz-Grundverordnung, Art. 15 (Auskunftsrecht)
- Versicherungsvertragsgesetz (VVG), § 19 (Anzeigepflicht, Rücktritt), § 205 Abs. 2 (Kündigung bei Eintritt der Versicherungspflicht) · abgerufen am 15.10.2026
- Laufbahnverordnung NRW, § 13 Abs. 1 (Mindestmaß körperlicher Eignung für schwerbehinderte und gleichgestellte Menschen)
- Hessen: § 30 Hessische Lehrkräftebildungsgesetz-Durchführungsverordnung (HLbGDV) und Erlass „Ärztliche Begutachtung in Personalangelegenheiten“ vom 31.10.2022 · abgerufen am 15.10.2026
- NRW: Erlass des Ministeriums des Innern zur gesundheitlichen Eignung vom 24.04.2020 · abgerufen am 15.10.2026
Rechtsprechung
- Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 25.07.2013, 2 C 12.11
- Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 30.10.2013, 2 C 16.12
- Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 13.02.2025, 2 C 4.24 (Pressemitteilung 8/2025) · abgerufen am 14.10.2026
- Bayerischer Verwaltungsgerichtshof, Beschluss vom 13.04.2012, 3 BV 08.405 (Adipositas Grad I, Übernahme auf Lebenszeit), DÖV 2012, 815 · abgerufen am 15.10.2026
- Verwaltungsgericht München, Beschluss vom 08.10.2025, M 5 E 25.6503, Rn. 28 (schwerbehinderte und gleichgestellte Bewerber, Inklusionsrichtlinien Bayern) · abgerufen am 15.10.2026
Behörden und Länder
- Landeshauptstadt München, Gesundheitsreferat: Amtsärztliche Untersuchung, Einstellung ins Beamtenverhältnis · abgerufen am 14.10.2026
- Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg: Gesundheitliche Eignung bei Verbeamtung · abgerufen am 14.10.2026
- Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Fachärztliche Untersuchungen zur Verbeamtung können starten, 28.09.2018 · abgerufen am 15.10.2026
- Regierung von Oberbayern: FAQ Einstellung von Lehrkräften ins Beamtenverhältnis · abgerufen am 15.10.2026
- Senatsverwaltung für Bildung Berlin: Stellenausschreibung Vorbereitungsdienst 08/2027 · abgerufen am 15.10.2026
- ADD Rheinland-Pfalz: Bewerberinformation gymnasialer Schuldienst, Stand 22.09.2026 · abgerufen am 15.10.2026
- Gesundheitsamt Bremen: Merkblatt zur amtsärztlichen Untersuchung (Kosten angeforderter Befundberichte)
Weitere Quellen zur Länder-Tabelle: Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg, Sächsische VwV Gutachten und Zeugnisse vom 27.06.2025, Landesschulamt Sachsen-Anhalt, Gesundheitsamt Bremen, Personalamt Hamburg, Hessischer Landtag Drs. 20/4131, Art. 19 BayBG und die Beamtengesetze der Länder.
Verbände und Versicherer
- Verband der Privaten Krankenversicherung: Erleichterte Aufnahme in die Private Krankenversicherung für Beamte und deren Angehörige, Stand Januar 2026 · abgerufen am 15.10.2026
- Thüringer Beamtenbund: Pressedienst vom 17.09.2024, Kosten für amtsärztliche Untersuchung werden übernommen
- Gewerkschaft der Polizei: Deutsche Polizei 10/2025, Vorteilskonditionen bei SIGNAL IDUNA und PVAG für Polizeianwärter · abgerufen am 15.10.2026
- DBV Deutsche Beamtenversicherung Krankenversicherung: Spezialantrag für Dienstanfänger bei Polizei, Bundespolizei und Feuerwehr, Formular 27830549, Stand 04/2026
- Union Krankenversicherung AG (UKV): Antrag auf Tarife BeihilfeOption und PVB für heilfürsorgeberechtigte Polizeianwärter, Formular 340320, Stand 06/2026 · abgerufen am 14.10.2026
- Barmenia Krankenversicherung AG: Krankenversicherungsantrag für Polizei- oder Berufsfeuerwehr-Anwärter, K4989, Stand 07/2026, und Vertriebsinformation „BK-Aktuell 07/2026: Kurzantrag für Polizei- und Feuerwehranwärter*innen“
Videos
- Polizei NRW: Die Polizeiärztliche Untersuchung, Video vom 01.12.2025 · abgerufen am 14.10.2026
- ultraviolett stories (funk): Verbeamtung wirklich nur ohne Therapie?, Reportage vom 07.07.2022 (Aussagen der Amtsärztin und Zahl der Senatorin für Kinder und Bildung Bremen)

Artikel von
Versicherungsmakler § 34d GewO. Mitgründer von fairbeamtet.de. 26 Jahre Erfahrung. Seit August 2000 in der Branche – erst Debeka, heute unabhängig.
Über 6.000 Beamte zur PKV und BU/DU beraten. 49 Google-Bewertungen – ausschließlich 5 Sterne. 500+ Top-Bewertungen bei Provenexpert von fairbeamtet.de gehören zu Sven Höhne.
Kein Verkaufsdruck. Keine leeren Versprechen. Du bekommst eine Empfehlung mit Begründung – bevor du unterschreibst.
Unsere meistgelesenen PKV-Guides für Beamte







