Amtsärztliche Untersuchung:
Ablauf, Vorbereitung und was die PKV daraus macht

Die amtsärztliche Untersuchung ist die Gesundheitsprüfung vor deiner Verbeamtung. Ein Amtsarzt prüft im Auftrag deines Dienstherrn, ob du voraussichtlich bis zur Pension dienstfähig bleibst. Du füllst einen Fragebogen aus, sprichst mit dem Arzt und wirst körperlich untersucht, mit Blut- und Urinprobe. Das dauert meist eine Stunde. Perfekt musst du dafür nicht sein.

Für die allermeisten Lehrer, Referendare und Verwaltungsbeamten ist die Untersuchung beim Amtsarzt ein Termin, und danach ist das Thema durch.

Der Haken liegt woanders. Bestanden beim Amtsarzt heißt nicht, dass dich die private Krankenversicherung nimmt. Die prüft mit einem ganz anderen Maßstab. Wie beides zusammenhängt und was du vorher erledigen solltest, steht in diesem Ratgeber. Dazu der Ablauf, die Vorbereitung mit Checkliste und dein Plan B, falls es doch nicht klappt.

Angst vor der amtsärztlichen Untersuchung
Sven Höhne. Geschäftsführer und PKV-Experte von fairbeamtet.de

Sven Höhne

Aktualisiert am: 19. Oktober 2026

Was ist die amtsärztliche Untersuchung?

Die amtsärztliche Untersuchung ist die ärztliche Prüfung, ob du gesundheitlich für das Beamtenverhältnis geeignet bist. Dein künftiger Dienstherr schickt dich hin, bevor er dich verbeamtet. Oft heißt sie deshalb auch Einstellungsuntersuchung.

Der Grund steht im Beamtenstatusgesetz. Beamter wird, wer nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung passt (§ 9 BeamtStG). Zur Eignung gehört die Gesundheit. Eine Verbeamtung ist auf Lebenszeit angelegt. Deshalb will der Dienstherr vorher wissen, ob er dich bis zur Pension im Dienst hat. Einen Beamten auf Lebenszeit wird er so schnell nicht mehr los. Auch nicht, wenn der krank wird.

Wichtig: Der Amtsarzt entscheidet nicht über deine Verbeamtung. Er schreibt ein Gutachten. Entscheiden tut dein Dienstherr.

Die Amtsärztliche Untersuchung

Mythen-Check: Was über den Amtsarzt erzählt wird

Rund um den Amtsarzt kursieren Geschichten, die vielen schlaflose Nächte machen. Die meisten stimmen so nicht.

Was erzählt wird Was stimmt
„Mit BMI über 30 wirst du nicht verbeamtet.“ Stimmt so nicht. Übergewicht allein reicht für eine Ablehnung nicht, es kommt auf Begleiterkrankungen an.
„Wer mal in Therapie war, kann die Verbeamtung vergessen.“ Stimmt nicht. Es zählen Art der Erkrankung und Prognose. Eine abgeschlossene Therapie ist oft kein Thema.
„Der Amtsarzt erzählt deinem Dienstherrn alles.“ Stimmt nicht. Dein Dienstherr bekommt das Ergebnis, keine Diagnosen.
„Durchgefallen ist durchgefallen.“ Nicht ganz. Es gibt Nachuntersuchungen, Auflagen, Widerspruch und Klage.
„Wer beim Amtsarzt durchkommt, kommt auch in die PKV.“ Leider nein. Die PKV prüft mit ganz anderen Maßstäben.

Gesundheitliche Eignung: Was der Amtsarzt wirklich prüft

Der Amtsarzt schaut nicht, ob du gesund bist. Er schaut, ob du es mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bis zur gesetzlichen Altersgrenze bleibst.

Diesen Maßstab hat das Bundesverwaltungsgericht 2013 festgelegt (Urteil vom 25.07.2013, 2 C 12.11). Vorher reichten schon Zweifel des Dienstherrn für eine Ablehnung. Seitdem muss er konkrete Anhaltspunkte haben, dass du vorzeitig dienstunfähig wirst. Mehr als 50 Prozent Wahrscheinlichkeit, nicht nur ein Bauchgefühl. Viele Gruselgeschichten über den Amtsarzt stammen aus der Zeit davor.

In der Praxis schaut der Amtsarzt auf Vorgeschichte und Prognose. Eine Amtsärztin beschrieb es in einer Reportage so: etwa fünf Jahre zurück und fünf nach vorn. Eine ausgeheilte Sache von vor zehn Jahren spielt meist keine Rolle mehr. Eine Erkrankung, die gerade akut ist, schon.

Was dein Dienstherr erfährt und was nicht

Dein Dienstherr bekommt das Ergebnis, nicht deine Krankenakte. Im Gutachten steht, ob du gesundheitlich geeignet bist und welche Einschränkungen für den Dienst wichtig sind. Diagnosen und Befunde bleiben in der Regel beim Gesundheitsamt.

Auch der Amtsarzt hat eine Schweigepflicht. Er gibt nur weiter, was dein Dienstherr für seine Entscheidung braucht. Wenn nötig, sind das auch die tragenden Gründe. Frag ruhig nach, was genau an deinen Dienstherrn gegangen ist.

Amtsarzt bei Dienstunfähigkeit:
Was anders ist, drei Tipps

Auch als Beamter kannst du später zum Amtsarzt geschickt werden, etwa nach langer Krankheit. Dann geht es nicht um deine Einstellung, sondern um deine Dienstfähigkeit und vielleicht um den Ruhestand. Das ist ein anderer Termin mit anderen Regeln. Ähnlich ist es, wenn deine Prüfungsfähigkeit oder die Folgen eines Dienstunfalls begutachtet werden.

Drei Dinge helfen dir bei diesem Termin:

  1. Bring aktuelle Berichte mit. Diagnose, Behandlung und Prognose von deinen behandelnden Ärzten.
  2. Sag ehrlich, was im Dienst geht und was nicht. Wer untertreibt, schadet sich genauso wie wer übertreibt.
  3. Frag nach Zwischenlösungen. Statt Ruhestand kann auch eine begrenzte Dienstfähigkeit oder eine stufenweise Wiedereingliederung in Frage kommen. Hol dir dafür den Personalrat dazu.

Ab hier geht es wieder um die Untersuchung vor der Verbeamtung.

Amtsärztliche Untersuchung zur Verbeamtung: Wann musst du hin?

Wann du zur amtsärztlichen Untersuchung musst, legt dein Bundesland fest.

Die Faustregel: Spätestens vor der Verbeamtung auf Probe muss deine gesundheitliche Eignung feststehen, denn die Probezeit zielt schon auf die Lebenszeit. Ob du zusätzlich vor dem Referendariat zum Arzt musst, regelt jedes Land anders.

Auch wer prüft, ist verschieden: In Baden-Württemberg sind es niedergelassene Ärzte aus einer Liste. Hamburg und Bremen fangen mit einem Fragebogen an und untersuchen nur bei Auffälligkeiten. Und in Berlin darf das Gutachten bei der Ernennung höchstens sechs Monate alt sein.

Wichtig: Ich spreche hier aus meinen persönlichen Erfahrungen aus über 26 Jahren in der Beratung von Beamten. Wir haben unsere Kunden (i.d.R. angehende Beamte) dazu befragt, wie die Beurteilung bei ihnen abgelaufen ist und Infos, die wir von Beihilfe-Seiten und Co. haben. Aber in unserer schnelllebigen Zeit ändern sich Dinge oft schneller, als wir unsere Seite aktualisieren können. Deswegen geben wir keine Garantie, dass das, was wir dir hier sagen auch heute noch so stimmt. Wir sind weder dein Dienstherr, noch die Beihilfe. Es zählt, was dein Dienstherr oder die Beihilfe sagt.

Fahrplan nach Bundesland

Stand der Recherche: 15. Oktober 2026, vor allem anhand der Seiten, Merkblätter und Verordnungen der Länder selbst. „Laut Gesetz“ heißt: Das Landesbeamtengesetz schreibt es vor, eine Praxisbeschreibung des Landes habe ich nicht gefunden. „Offen“ heißt: Dafür gibt es keine verlässliche Quelle. Frag in beiden Fällen bei deiner Einstellungsbehörde nach.

Land Vor dem Referendariat Vor der Probezeit Wer prüft Gut zu wissen
Baden-Württemberg ja, ärztliches Zeugnis in der Regel gilt das Zeugnis aus dem Referendariat niedergelassener Arzt aus der Liste des Landesgesundheitsamts, frei wählbar Honorar zahlte laut Infoblatt von 2016 der Bewerber
Bayern ja, amtsärztliche Untersuchung ja, gültiges Gesundheitszeugnis; neue Untersuchung nur nach Aktenprüfung Gesundheitsamt mit Auftrag des Kultusministeriums ohne Zeugnis nur Hospitation; Kosten erstattet, wenn du die Stelle annimmst
Berlin Erklärung zum Gesundheitszustand; Amtsarzt nur bei wesentlicher Beeinträchtigung ja Gutachtenstelle beim LAGeSo oder ein Arzt der KV Berlin, nicht dein Hausarzt Wohnsitz außerhalb Berlins: Untersuchung am Wohnort auf eigene Kosten
Brandenburg kein Gesundheitsnachweis genannt, nur Masernschutz ja, Gutachten oder Prüfung nach Aktenlage Amtsarzt vor der Lebenszeit oft nach Aktenlage
Bremen nein, kein Gesundheitszeugnis verlangt ja, amtsärztliches Zeugnis Gesundheitsamt Bremen erst Fragebogen, Untersuchung nur bei Auffälligkeiten
Hamburg ja, Eignung nötig; Selbstauskunft beim Personalärztlichen Dienst ja Personalärztlicher Dienst des Personalamts Online-Selbstauskunft, körperliche Untersuchung nur im Einzelfall
Hessen ja, ärztliche Bescheinigung, kein Amtsarzt nötig ja, spätestens hier Gesundheitsamt am künftigen Dienstort Einstellungsuntersuchung zahlst du; vor Lebenszeit gebührenfrei
Mecklenburg-Vorpommern amtsärztliches Zeugnis nur, wenn die Behörde es anfordert ja, amtsärztliches Gutachten Gesundheitsamt; landesweite Koordinierungsstelle beim Finanzministerium Gesundheitsamt rechnet mit dem Dienstherrn ab (Beispiel Vorpommern-Greifswald)
Niedersachsen kein Gesundheitsnachweis genannt, nur Masernschutz ja, laut Gesetz Gesundheitsamt ausnahmsweise auch ein anderer Arzt im Einzelfall
Nordrhein-Westfalen nein, kein Gesundheitszeugnis ja Gesundheitsamt, meist am Wohnort Kosten trägt laut Verwaltungsvorschrift die Dienststelle; oft erst Vorkasse
Rheinland-Pfalz ja, amtsärztliche Untersuchung ja, Gesundheitszeugnis oder ärztliches Attest Gesundheitsamt Zulassung und Einstellung über die ADD Trier
Saarland Eignung nötig, aber kein Gesundheitszeugnis in der Unterlagenliste ja, laut Gesetz Amtsarzt oder bestimmter Arzt zum Referendariat nur Masernnachweis verlangt
Sachsen ja, Gesundheitszeugnis ja, das Gesundheitsamt untersucht aber grundsätzlich nur einmal Amtsarzt, für Lehrkräfte seit 2018 auch Hausärzte zweite Untersuchung nur bei Bedenken oder Empfehlung
Sachsen-Anhalt nein, eigene Erklärung reicht ja zentrale ärztliche Untersuchungsstelle oder zugelassener Amtsarzt Zeugnis aus vorherigem Beamtenverhältnis kann reichen
Schleswig-Holstein kein Gesundheitszeugnis; Bewerbung fragt nach Erkrankungen ja, laut Gesetz Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) Masernnachweis erst nach Einstellung an der Schule
Thüringen kein Gesundheitszeugnis bei der Bewerbung verlangt ja Gesundheitsamt Kosten für Probe und Lebenszeit übernimmt der Dienstherr; das Finanzressort zieht laut Beamtenbund erst ab 2025 nach

Die Tabelle zeigt, was für Lehrkräfte gilt, weil sie die größte Gruppe sind. Für Polizei, Justiz oder Verwaltung kann es abweichen. Verbindlich ist immer das, was in deinem Einstellungsschreiben oder im Untersuchungsauftrag steht.

Muss ich vor der Verbeamtung auf Lebenszeit nochmal zum Amtsarzt?

Meistens nicht. Eine Regel, nach der vor der Lebenszeit grundsätzlich noch einmal untersucht wird, habe ich in keinem Land gefunden. Sachsen schreibt sogar ausdrücklich, dass das Gesundheitsamt grundsätzlich nur einmal untersucht. In NRW wird vor der Lebenszeit nur bei Zweifeln an deiner Gesundheit neu geprüft. Hessen ist eine Ausnahme: Dort kann vor der Lebenszeit ein amtsärztliches Gutachten kommen, und diese Untersuchung ist für dich gebührenfrei. Eine zweite Untersuchung gibt es vor allem, wenn:

  1. das erste Gutachten eine Nachuntersuchung empfiehlt, etwa bei Übergewicht oder einer Erkrankung, deren Verlauf der Amtsarzt abwarten will,
  2. neue gesundheitliche Bedenken aufkommen, zum Beispiel durch viele Fehltage in der Probezeit,
  3. das erste Gutachten nichts zur Lebenszeit sagt.

Und eine Erkrankung, die schon vor der Probezeit bekannt war, darf dir vor der Lebenszeit nicht einfach neu vorgehalten werden. Das geht nur, wenn sich an der Lage etwas geändert hat. So hat es das Bundesverwaltungsgericht entschieden (Urteil vom 30.10.2013, 2 C 16.12).

Stellt sich in der Probezeit heraus, dass du gesundheitlich doch nicht geeignet bist, kann dein Dienstherr dich als Beamter auf Probe entlassen, statt dich auf Lebenszeit zu ernennen (§ 23 Abs. 3 Nr. 2 BeamtStG). Auch dann gilt der Maßstab der überwiegenden Wahrscheinlichkeit.

Ablauf der amtsärztlichen Untersuchung: Was passiert beim Amtsarzt?

Beim Amtsarzt füllst du einen Fragebogen aus, sprichst mit dem Arzt und wirst körperlich untersucht. Der Ablauf der amtsärztlichen Untersuchung ist fast überall gleich. Er unterscheidet sich je nach Amtsarzt und Bundesland nur in Kleinigkeiten. Im Grunde ist die Amtsarzt-Untersuchung ein gründlicher Check-up, wie bei deinem Hausarzt.

  1. Der Untersuchungsauftrag. Dein Dienstherr schickt ihn dir. Damit machst du den Termin beim Gesundheitsamt oder, je nach Land, bei einem zugelassenen Arzt.
  2. Der Fragebogen. Vorab zugeschickt oder vor Ort.
  3. Das Gespräch. Der Arzt geht den Fragebogen mit dir durch.
  4. Die körperliche Untersuchung. Mit Blut- und Urinprobe.
  5. Die Belehrung. Ein paar Sätze zu Ernährung, Sport und Impfschutz.
  6. Das Ergebnis. Manchmal sofort, manchmal erst nach den Laborwerten.

Der Fragebogen: Musst du dem Amtsarzt alles sagen?

Ja, alles, wonach gefragt wird. Beantworte jede Frage ehrlich und vollständig. Eine Ernennung, die durch arglistige Täuschung zustande kam, wird zurückgenommen (§ 12 BeamtStG). Auch Jahre später. Ein verschwiegener Klinikaufenthalt ist das Risiko nicht wert.

Gefragt wird nach deiner Krankengeschichte, nach Krankenhausaufenthalten und Operationen, nach Medikamenten und deinen Ärzten. Dazu nach Alkohol, Nikotin, Drogen und Sport. Und nach ernsten Erkrankungen bei Eltern und Geschwistern. Die führen nach allem, was ich höre, höchstens zu einer Nachfrage.

Wie so ein Fragebogen aussieht, zeigt zum Beispiel der Fragebogen des Gesundheitsreferats München für den Vorbereitungsdienst. Für NRW gibt es keinen landesweiten Bogen, ein Beispiel ist der Fragebogen zur Krankheitsgeschichte des Kreises Gütersloh.

Wie weit du zurückgehen musst, steht in der jeweiligen Frage. Mal sind es fünf Jahre, mal zehn, mal „jemals“. Lies jede Frage genau und halte dich an genau diesen Zeitraum. In den Foren werden diese Fristen ständig mit denen aus PKV- oder BU-Anträgen verwechselt. Die haben damit nichts zu tun.

Du weißt nicht mehr genau, wann du wegen was beim Arzt warst? Dann frag bei deiner Krankenkasse nach, welche Diagnosen sie über dich gespeichert hat. Darauf hast du ein Auskunftsrecht. So siehst du auch Diagnosen, von denen du nichts wusstest, und kannst falsche Diagnosen vorher klären und ggfs. beim Arzt ändern lassen oder dir ein Attest besorgen, auf dem die Diagnose richtig gestellt wird. Das ist übrigens auch später beim PKV-Antrag von Vorteil.

Dir fällt nach dem Termin ein, dass du etwas vergessen hast? Reich es nach, mit einem kurzen Schreiben und dem Bericht. Was du selbst nachmeldest, ist kein Problem. Was später auffliegt, schon.

Das Gespräch mit dem Amtsarzt

Nach dem Fragebogen geht der Amtsarzt deine Angaben mit dir durch. Viele Amtsärzte reden nicht um den heißen Brei herum und sprechen Auffälligkeiten direkt an. Lass dich davon nicht verunsichern. Antworte ruhig, klar und ehrlich. Hast du eine Vorerkrankung, erklär kurz, wie es dir heute damit geht, und leg den Bericht deines Facharztes auf den Tisch. Das wirkt mehr als jede lange Rechtfertigung.

Gesundheitliche Eignung für Beamte: Was wird untersucht?

Untersucht wird, was du von einem gründlichen Check-up kennst. Nicht jeder Amtsarzt macht alles:

  • Größe und Gewicht, daraus der BMI
  • Puls und Blutdruck
  • Seh- und Hörtest
  • Abhören, Abtasten und Abklopfen, Blick in Mund und Rachen
  • Reflexe, Beweglichkeit, Gleichgewicht und Koordination
  • Ruhe-EKG und Lungenfunktion
  • Blutprobe
  • Urinprobe

Beim Gleichgewicht kann es passieren, dass du 30 Sekunden mit geschlossenen Augen auf einem Bein stehen sollst. Bei der Beweglichkeit sollst du vielleicht mit durchgedrückten Knien die Zehen berühren. Zieh dir also saubere und bequeme Unterwäsche an. Du stehst einen Teil der Zeit darin vor dem Arzt.

Amtsarzt-Bluttest: Was wird getestet?

Getestet werden beim Amtsarzt die üblichen Standardwerte. Welche genau, entscheidet er. Typisch sind:

  • Blutfette, also Cholesterin mit LDL und HDL
  • Leberwerte wie GPT, GOT und Gamma-GT
  • Nierenwerte wie Kreatinin
  • Blutzucker
  • Entzündungswerte wie das CRP
  • das kleine Blutbild

Ein einzelner Ausreißer ist kein Drama. Er führt höchstens zu einer Nachfrage. Kritisch wird es, wenn mehrere Werte zusammen auf eine Erkrankung mit schlechter Prognose hindeuten.

Urinprobe beim Amtsarzt: Was wird untersucht?

Bei der Urinprobe werden vor allem Hinweise auf Diabetes, Nieren und Entzündungen gesucht:

  • Zucker, ein Hinweis auf Diabetes
  • Eiweiß, ein Hinweis auf die Nieren
  • Leukozyten und Nitrit, Hinweise auf eine Harnwegsentzündung
  • Blut im Urin
  • der pH-Wert

Und der Drogentest, auch auf THC? Das ist die Frage, die unter beliebten YouTube Erklärvideos am häufigsten kommt. Bei Lehrern und in der Verwaltung ist ein Drogenscreening die Ausnahme. Nach dem Konsum fragt der Fragebogen, auch nach Cannabis. Bei Polizei, Zoll und Justizvollzug musst du mit einem Screening rechnen.

Wie lange dauert eine amtsärztliche Untersuchung?

Eine amtsärztliche Untersuchung dauert in der Regel etwa eine Stunde. Bei der Polizei kann es ein ganzer Tag werden, mit mehreren Stationen und Wartezeiten dazwischen.

Das Ergebnis bekommst du manchmal direkt am Ende mitgeteilt. Müssen noch Laborwerte oder Berichte deiner Fachärzte abgewartet werden, dauert es länger. Das Gesundheitsreferat München nennt etwa zwei Wochen nach der Untersuchung, bei schwierigen Fällen mehr.

Das Ergebnis: amtsärztliches Gesundheitszeugnis und Gutachten

Am Ende steht das amtsärztliche Gesundheitszeugnis, je nach Land auch Gutachten oder Stellungnahme genannt. Es geht an deinen Dienstherrn. Drin steht, ob du gesundheitlich geeignet bist. Manchmal auch mit Einschränkung oder mit dem Vermerk, dass vor Verbeamtung auf Lebenszeit noch einmal geprüft wird.

Wenn du am Tag der Untersuchung nicht fit bist

Dann sag es dem Arzt. Ein schlechter Tag ist kein K.-o.-Kriterium.

Meine Tochter hatte eine Woche vor ihrer Eignungsuntersuchung Corona, mit Symptomen wie bei einer Grippe. Sie war noch nicht wieder ganz fit. Der Amtsarzt war mit ihrem Cardio-Test nicht zufrieden. Statt sie durchfallen zu lassen, hat er sie vier Wochen später noch einmal bestellt. Beim zweiten Anlauf passte alles, und er hat dem Dienstherrn grünes Licht gegeben. Bist du richtig krank, verschieb den Termin lieber.

Wie bereitest du dich auf den Amtsarzt vor? Tipps und Checkliste

Die beste Vorbereitung ist Papier. Nicht Fasten, nicht Joggen in der letzten Woche.

Trag vorher zusammen, was der Amtsarzt über deine Vorgeschichte wissen will: Entlassungsberichte aus dem Krankenhaus, Befunde, Atteste. Wenn du eine Erkrankung hast oder hattest, besorg dir einen aktuellen Bericht deines Facharztes oder Therapeuten mit einer Prognose. Ein Satz wie „stabil, gut eingestellt, keine Einschränkungen im Beruf zu erwarten“ hilft dem Amtsarzt mehr als jede Erklärung von dir.

Kennst du einen Wert, der bei dir schwankt, etwa den Blutdruck? Dann lass ihn vorher beim Hausarzt prüfen. Eine 24-Stunden-Messung zeigt mehr als ein nervöser Wert im Wartezimmer. So kommst du mit einer Erklärung statt mit einer Überraschung.

Checkliste für die amtsärztliche Untersuchung

Mitnehmen

Vorher erledigen

Am Vortag und am Tag selbst

Vorerkrankungen, Psychotherapie, BMI: Was spricht wirklich gegen die Verbeamtung?

Weniger, als die meisten befürchten. Bei unseren Kunden sehe ich fast jeden Tag Urkunden, die trotz einiger Diagnosen in der Akte überreicht wurden. Was ich dir aber nicht verschweigen will: Das Ergebnis hängt auch vom einzelnen Amtsarzt ab. Bei Grenzfällen sieht es der eine strenger als der andere. Umso wichtiger sind gute Unterlagen.

Welche Krankheiten schließen eine Verbeamtung aus?

Eine feste Liste mit Ausschlusskriterien gibt es nicht. Seit 2013 muss der Dienstherr im Einzelfall belegen, dass du mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vor der Altersgrenze dienstunfähig wirst. Eine Diagnose allein reicht dafür nicht. Das gilt auch für chronische Erkrankungen wie Diabetes oder eine Schilddrüsenerkrankung, wenn sie gut eingestellt sind und die Prognose stimmt.

Eng wird es in der Praxis vor allem in drei Fällen:

  • bei schweren Erkrankungen mit schlechter Prognose, die oft zu langen Ausfällen führen,
  • wenn eine Erkrankung gerade akut ist und noch niemand sagen kann, wie sie verläuft,
  • wenn mehrere Risiken zusammenkommen, etwa starkes Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes.

Bei Polizei, Feuerwehr und Justizvollzug sind die körperlichen Anforderungen höher, dazu weiter unten mehr.

Verbeamtung trotz Psychotherapie: Gesundheit geht vor

Eine Psychotherapie ist kein Ausschlussgrund für die Verbeamtung. Es kommt auf die Art der Erkrankung und die Prognose an. Viele Amtsärzte werten es sogar positiv, dass du dir Hilfe geholt hast. Das gilt auch für ADHS. In Foren berichten viele, dass sie mit angegebener Diagnose und einem Bericht ihres Psychiaters problemlos verbeamtet wurden.

Trotzdem schieben viele angehende Lehrer eine Therapie auf, aus Angst vor dem Amtsarzt. Davon halte ich nichts. Eine psychische Erkrankung, die du nicht behandelst, kann schlimmer werden. Und dann wird sie erst recht zum Problem, für dich und für deine Verbeamtung. Gesundheit geht vor.

Wenn du eine Therapie hinter dir hast, nimm einen Abschlussbericht mit, am besten mit Prognose. Wie selten Ablehnungen wegen der Psyche tatsächlich sind, zeigt eine Zahl aus Bremen: Dort gab es laut einer Reportage zwischen 2019 und 2021 bei 958 Verbeamtungen 2 Ablehnungen aus psychischen Gründen.

Die Kehrseite ist die PKV. Dazu gleich mehr.

BMI und Verbeamtung: Ab wann es eng wird

Ein BMI über 30 ist für die Verbeamtung kein automatisches Aus. Kritisch wird es, wenn zum Übergewicht weitere Risiken kommen, etwa Bluthochdruck, Diabetes oder Probleme mit den Gelenken.

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof gab 2012 einer Beamtin auf Probe recht, die wegen leichter Adipositas nicht auf Lebenszeit verbeamtet werden sollte. Dass Adipositas Grad I allein das Risiko einer vorzeitigen Dienstunfähigkeit erhöht, ließ sich laut Gutachten nicht belegen.

Und manchmal gibt der Dienstherr dir Zeit. Eine Kundin von uns wurde trotz Übergewicht auf Probe verbeamtet. Ihr Land gab ihr die Chance, bis zur nächsten Untersuchung vor der Lebenszeit abzunehmen. Sie hat sich einen Hund angeschafft und in den zwei Jahren 39 Kilo verloren. Bei der zweiten Untersuchung gab es keine Beanstandung mehr, und sie ist heute Beamtin auf Lebenszeit.

Mit Schwerbehinderung zur Verbeamtung

Mit einer Schwerbehinderung musst du nur ein Mindestmaß an körperlicher Eignung für deine Laufbahn mitbringen. Du kannst also verbeamtet werden, auch wenn eine vorzeitige Dienstunfähigkeit möglich ist. Das gilt auch bei einer Gleichstellung.

Wenn du eine Schwerbehinderung hast und eine Ablehnung droht, wende dich an die Schwerbehindertenvertretung deines künftigen Dienstherrn.

Polizei, Feuerwehr, Zoll: Wird hier strenger geprüft?

Ja und nein. Die körperlichen Anforderungen sind höher, der rechtliche Maßstab ist derselbe. Wer Uniform tragen will, muss körperlich mehr können und wird deshalb gründlicher untersucht. Verständlich. Wer einem Einbrecher hinterherrennen soll, braucht eine andere Fitness als eine Lehrerin (Sportlehrer ausgeschlossen).

Beim Maßstab gibt es keinen Unterschied zu allen anderen Beamten. Das hat das Bundesverwaltungsgericht 2025 klargestellt (Urteil vom 13.02.2025, 2 C 4.24).

Bist du heute voll polizeidienstfähig, darf dich der Dienstherr nur ablehnen, wenn du mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vor der Altersgrenze polizeidienstunfähig wirst. Ein erhöhtes Risiko reicht dafür nicht. Im Fall ging es um einen Anwärter, der in der Ausbildung einen Schlaganfall hatte. Das Land musste ihn trotzdem auf Probe übernehmen.

Die polizeiärztliche Untersuchung dauert oft einen ganzen Tag, mit Belastungs-EKG, genauem Sehtest samt Farbsehen und oft einem Sporttest. Am Belastungs-EKG scheitern laut dem polizeiärztlichen Dienst in NRW besonders viele. Bereite dich mit Ausdauertraining wie Radfahren darauf vor. Neue Tattoos, Verletzungen oder Unfälle musst du nach der Untersuchung bis zum Dienstantritt übrigens melden.

Welche Anforderungen du heute erfüllen musst, regelt die Polizeidienstvorschrift 300. Typische Stolpersteine sind ein deutlich erhöhter BMI, Bluthochdruck unter Belastung, Asthma je nach Ausprägung, Diabetes, eine Rot-Grün-Schwäche oder schlechtes Dämmerungssehen, Schwerhörigkeit und psychische Erkrankungen.

Der Vorteil für deine PKV

Wer gerade als diensttauglich eingestellt wurde, ist meist gesund. Deshalb fragen einige Versicherer Polizei- und Feuerwehranwärter deutlich weniger nach ihrer Gesundheit. Drei Beispiele mit Stand 2026:

Versicherer Was gilt Bedingung
UKV keine Gesundheitsfragen, für heilfürsorgeberechtigte Polizeianwärter (Option auf spätere Beihilfeversicherung) Antrag bis 3 Monate nach Ausbildungsbeginn
DBV Spezialantrag: Erkrankungen der letzten 3 Monate, dazu Größe, Gewicht, je nach Tarif Brille und Zähne Antrag bis 3 Monate nach Dienstbeginn
Barmenia Kurzantrag mit 5 Gesundheitsfragen, Erkrankungen der letzten 5 Jahre Diensttauglichkeit uneingeschränkt, Untersuchung höchstens 3 Monate alt, Nachweis beilegen

Ähnlich kenne ich es von der Signal Iduna.

Wichtig ist, ob du Heilfürsorge oder Beihilfe bekommst. Das regelt jedes Land selbst, bei der Feuerwehr teils jede Kommune. Mit Heilfürsorge geht es meist um eine Anwartschaft und Ergänzungstarife, mit Beihilfe um die volle Beihilfe-Versicherung.

Ablauf der Online-Beratung bei fairbeamtet.de

  • Unsere Online-Beratung – Bequem von zu Hause
  • Erstberatung kostenlos & unverbindlich
  • Unabhängig von einzelnen Versicherern
  • Echte Experten: Über 30 Jahre PKV- & BU-Erfahrung
Ablauf unserer Online-Beratung ❯
PKV Online-Beratung. Berufsunfähigkeitsversicherung Online-Beratung. Dienstunfähigkeitsversicherung Online Beratung. Ein*e Beamter*in liegt auf dem Boden. Sie hat ein InEar-Headset in den Ohren und lässt sich gerade online beraten. Vor ihr liegt ein Laptop und ein Handy. Auf dem Handy sieht man, dass sie ein Telefonat führt. Die Beamtin ist kein echter Mensch, sondern wird als Funko Pop ähnliche Figur dargestellt.

Amtsarzt und PKV: Warum prüfen beide so unterschiedlich?

Der Amtsarzt und die private Krankenversicherung haben nichts miteinander zu tun. Sie prüfen deine Gesundheit mit ganz unterschiedlichen Fragen. Das wird ständig verwechselt, auch von Beamten, die die Untersuchung schon hinter sich haben.

Amtsarzt Private Krankenversicherung
Wer prüft Gesundheitsamt oder beauftragter Arzt im Auftrag deines Dienstherrn der Versicherer, anhand deines Antrags
Die Frage dahinter Schaffst du es bis zur Pension? Wie teuer wirst du für die Versicherung?
Maßstab Dienstunfähigkeit muss überwiegend wahrscheinlich sein Jede Diagnose zählt, auch eine harmlose
Wie weit zurück Vorgeschichte und Prognose, je nach Erkrankung fest im Antrag geregelt, oft 3, 5 oder 10 Jahre
Mögliche Folgen geeignet, geeignet mit Nachprüfung, nicht geeignet Annahme, Risikozuschlag, Leistungsausschluss, Ablehnung
Was du tun kannst Unterlagen, Prognose, Widerspruch Anwartschaft vorher, anonyme Risikovoranfrage, Öffnungsaktion

Warum der Amtsarzt dich verbeamtet und die PKV trotzdem einen Zuschlag will

Beim Amtsarzt geht es nur darum, ob du Beamter werden kannst. Viele Erkrankungen, mit denen du problemlos verbeamtet wirst, kosten dich bei der PKV einen Risikozuschlag. In schlimmeren Fällen lehnt die Versicherung dich ab.

Am deutlichsten sehe ich das bei der Psychotherapie. Beim Amtsarzt ist eine abgeschlossene Therapie oft kein Thema. Bei der PKV sieht es nach meiner Erfahrung so aus:

  • Therapie in den letzten 3 Jahren: Im normalen Antrag ist eine Ablehnung fast sicher.
  • Länger als 3 Jahre her: Manche Versicherer haben Sonderregeln. Zum Beispiel versicherbar, wenn es weniger als 20 Sitzungen waren und die Therapie nicht länger als 6 Monate gedauert hat.
  • Mindestens 5, besser 10 Jahre her: Dann geht es meistens wieder.

Dazu kommt: Was der Amtsarzt dokumentiert, gehört später in deinen PKV-Antrag. Ein erhöhter Blutdruck, ein Cholesterinwert, eine Skoliose, die vorher keiner bemerkt hatte. Der Amtsarzt hakt das ab. Die PKV fragt danach.

Erst absichern, dann zum Amtsarzt

Die beste Lösung ist eine Anwartschaft oder ein Optionstarif, bevor du zum Amtsarzt gehst. Damit sicherst du dir deinen jetzigen Gesundheitszustand für die spätere PKV. Was danach beim Amtsarzt herauskommt, spielt für die Versicherung keine Rolle mehr.

Am besten schließt du so eine Anwartschaft schon zum Start ins Lehramtsstudium ab. Spätestens vor dem Referendariat. Je früher, desto weniger steht in deiner Akte.

Und wenn du schon Diagnosen hast? Dann frag anonym bei mehreren Versicherern an, bevor du einen Antrag mit deinem Namen stellst. So erfährst du, wer dich zu welchen Bedingungen nimmt, ohne dass eine Ablehnung irgendwo gespeichert wird. Genau das machen wir in unserer kostenlosen Online-Beratung.

Öffnungsaktion: Schätz dich nicht selbst ein

Für Beamte gibt es die Öffnungsaktion der PKV. Wer sie nutzt, wird nicht abgelehnt, und der Risikozuschlag ist auf höchstens 30 Prozent begrenzt. Das gilt in den ersten sechs Monaten nach der ersten Verbeamtung.

Bei der Öffnungsaktion sind nach meiner Erfahrung zum Beispiel die Debeka und die BBKK gut aufgestellt.

Aber entscheide nicht selbst, ob du ein Fall für die Öffnungsaktion bist. Ich erlebe immer wieder, dass sich Beamte dabei selbst völlig falsch einschätzen. Wer ein paar Kleinigkeiten hat, glaubt schnell, er komme nur über die Öffnungsaktion in die PKV. Und wer wirklich schwer erkrankt ist, hält sich für kerngesund. Beides kann teuer werden. Lass das jemanden einschätzen, der die Annahmepraxis der Versicherer kennt.

Beim Amtsarzt durchgefallen: Was passiert jetzt mit deiner Verbeamtung?

Wenn du beim Amtsarzt durchgefallen bist, ist deine Verbeamtung noch nicht vom Tisch. Das Gutachten ist eine Empfehlung. Die Entscheidung trifft dein Dienstherr, und gegen die kannst du vorgehen. Seit 2013 muss er belegen, dass du mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vorzeitig dienstunfähig wirst. Nicht du musst beweisen, dass du gesund bleibst.

Dein Plan B, Schritt für Schritt:

  1. Gutachten anfordern. Lass dir das Gutachten oder zumindest die tragenden Gründe geben.
  2. Mit deinem Facharzt sprechen. Eine fachärztliche Stellungnahme mit Prognose ist dein stärkstes Argument. Einen anderen Amtsarzt nach deiner Wahl bekommst du in der Regel nicht.
  3. Fristen beachten. Gegen den Bescheid kannst du Widerspruch einlegen und danach vor dem Verwaltungsgericht klagen. In der Regel hast du dafür einen Monat Zeit. Ob erst ein Widerspruch nötig ist, regelt dein Land.
  4. Hilfe holen. Personalrat, Schwerbehindertenvertretung, Gewerkschaft oder ein Fachanwalt für Verwaltungsrecht.

Manchmal gibt es auch einen Mittelweg: Probe mit Auflage, etwa abzunehmen. Wie bei der Kundin von oben.

Klappt es endgültig nicht, kannst du meist als Angestellter im öffentlichen Dienst arbeiten. Studium und Referendariat sind also nicht umsonst. Du verdienst dann aber in der Regel weniger netto und hast keinen Anspruch auf Beihilfe.

Und deine PKV? Bist du wieder versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung, wird der PKV-Vertrag in der Regel aufgehoben. Meist reicht die Mitgliedsbescheinigung der Krankenkasse. Manche behalten dann Zusatztarife zur GKV, und das ist nicht das Schlechteste.

Verzögert sich das Gutachten nur, wirst du in vielen Ländern übergangsweise als Angestellter eingestellt und später verbeamtet.

5 Fehler, die dich beim Amtsarzt Nerven kosten

  1. Angaben weglassen. Was du verschweigst, kann dich Jahre später die Ernennung kosten.
  2. Eine Therapie aus Angst aufschieben. Die Erkrankung wird davon nicht besser.
  3. Die PKV erst nach dem Amtsarzt abschließen. Dann kann jeder Befund zum Risikozuschlag werden.
  4. Ohne Unterlagen hingehen. Das kostet Rückfragen und manchmal einen zweiten Termin.
  5. Dich bei der Öffnungsaktion selbst einschätzen. Die meisten liegen damit daneben.

Fazit: So gehst du in die amtsärztliche Untersuchung

Vor der amtsärztlichen Untersuchung musst du keine Angst haben. Der Amtsarzt sucht keine Perfektion. Er fragt sich nur, ob du mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bis zur Pension dienstfähig bleibst. Mit ehrlichen Angaben und guten Unterlagen zu deinen Vorerkrankungen kommst du in den allermeisten Fällen durch.

Wichtiger als die ärztliche Untersuchung selbst ist die Reihenfolge. Sichere dir deinen Gesundheitszustand für die PKV, bevor du zum Amtsarzt gehst, mit einer Anwartschaft oder einem Optionstarif. Dann kann dir kein Befund aus der Untersuchung später einen Risikozuschlag einbringen.

Wenn du wissen willst, ob du für die PKV schon jetzt etwas tun solltest oder ob du ein Fall für die Öffnungsaktion bist: Das klären wir in unserer kostenlosen Online-Beratung. Wir haben das schon über 20.000 Mal gemacht.

FAQ zur amtsärztlichen Untersuchung

Was ist ein Amtsarzt?

Ein Amtsarzt ist ein Arzt im öffentlichen Gesundheitsdienst, meist beim Gesundheitsamt. Und was macht ein Amtsarzt? Er behandelt nicht, er begutachtet. Er erstellt Gutachten für Behörden, zum Beispiel über die gesundheitliche Eignung vor einer Verbeamtung. Amtsärzte haben in der Regel eine Weiterbildung zum Facharzt für Öffentliches Gesundheitswesen.

Wann muss man zum Amtsarzt?

Vor der Verbeamtung, je nach Bundesland vor dem Referendariat, vor der Probezeit oder vor der Lebenszeit. Als Beamter außerdem, wenn dein Dienstherr an deiner Dienstfähigkeit zweifelt.

Was kostet die amtsärztliche Untersuchung und wer zahlt?

Die Kosten der amtsärztlichen Untersuchung regelt jedes Land anders. Oft zahlst du erst selbst und bekommst das Geld später zurück.

  • Bayern: In München kostet die Untersuchung etwa 90 bis 300 Euro. Erstattet wird sie, wenn du die angebotene Stelle annimmst, per Antrag mit Rechnung.
  • NRW: Die Kosten trägt laut Verwaltungsvorschrift die Dienststelle. Manche Gesundheitsämter verlangen trotzdem erst Vorkasse.
  • Berlin: Die künftige Dienstbehörde zahlt. Wohnst du zum Referendariat außerhalb Berlins, zahlst du die Untersuchung am Wohnort selbst.
  • Hessen: Die Einstellungsuntersuchung zahlst du selbst. Die Untersuchung vor der Lebenszeit ist gebührenfrei.
  • Thüringen: Für Probe und Lebenszeit zahlt der Dienstherr. Im Finanzressort gilt das laut Beamtenbund erst ab 2025.
  • Baden-Württemberg: Das Arzthonorar zahlte laut Infoblatt von 2016 der Bewerber.

Für die übrigen Länder habe ich keine verlässliche Angabe gefunden. Frag vorher bei deiner Einstellungsbehörde nach.

Wie läuft die amtsärztliche Untersuchung in NRW ab?

In NRW läuft die amtsärztliche Untersuchung ab wie oben beschrieben: Fragebogen, Gespräch, körperliche Untersuchung. Zuständig ist das Gesundheitsamt, im Regelfall das an deinem Wohnort. Für das Referendariat brauchst du in NRW kein Gesundheitszeugnis. Untersucht wirst du vor der Verbeamtung auf Probe, entscheiden tut danach die Bezirksregierung.

Muss ich der PKV sagen, was beim Amtsarzt herausgekommen ist?

Das Gutachten musst du nicht vorlegen. Die Gesundheitsfragen im PKV-Antrag musst du aber ehrlich und vollständig beantworten. Hat der Amtsarzt etwas gefunden, nach dem die PKV fragt, gehört es in den Antrag. Wer das weglässt, riskiert, dass die Versicherung später vom Vertrag zurücktritt und nichts zahlt.

Wie bekomme ich einen Termin beim Amtsarzt?

Du bekommst von deinem Dienstherrn einen Untersuchungsauftrag. Mit dem meldest du dich beim zuständigen Gesundheitsamt, meist dem an deinem Wohnort, oder bei der Stelle, die im Auftrag steht. Die Wartezeiten sind je nach Amt sehr unterschiedlich und können mehrere Wochen betragen. Kümmere dich also gleich darum, wenn der Auftrag da ist. In Bayern zum Beispiel darfst du ohne gültiges Zeugnis im Referendariat nur unbezahlt hospitieren.

Kann der Amtsarzt meine Krankenakte einsehen?

Nicht ohne dich. Der Amtsarzt kann Befunde bei deinen Ärzten anfordern, wenn du sie von der Schweigepflicht entbindest. Du kannst die Unterlagen aber auch selbst besorgen und mitbringen. Das geht oft schneller, und du weißt, was drinsteht. Manche Gesundheitsämter berechnen dir die Kosten für angeforderte Befundberichte.

Kann ich den Amtsarzt frei wählen?

In den meisten Ländern nicht. Mit deinem Untersuchungsauftrag gehst du zum zuständigen Gesundheitsamt, in Hessen zum Beispiel zu dem am künftigen Dienstort. Wo niedergelassene Ärzte untersuchen, etwa in Baden-Württemberg, suchst du dir einen Arzt aus einer Liste aus.

Muss ich eine psychologische Beratung an der Uni angeben?

Eine Beratung ist keine Behandlung, und der Fragebogen fragt meist nach Behandlungen. Lies die Frage genau. Bist du unsicher, gib es an und erklär es im Gespräch.

Quellen

Quellen und Rechtsgrundlagen

Gesetze und Verordnungen

Rechtsprechung

Behörden und Länder

Weitere Quellen zur Länder-Tabelle: Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg, Sächsische VwV Gutachten und Zeugnisse vom 27.06.2025, Landesschulamt Sachsen-Anhalt, Gesundheitsamt Bremen, Personalamt Hamburg, Hessischer Landtag Drs. 20/4131, Art. 19 BayBG und die Beamtengesetze der Länder.

Verbände und Versicherer

Videos

Sven Höhne. Geschäftsführer und PKV-Experte von fairbeamtet.de

Artikel von

Sven Höhne

Versicherungsmakler § 34d GewO. Mitgründer von fairbeamtet.de. 26 Jahre Erfahrung. Seit August 2000 in der Branche – erst Debeka, heute unabhängig.

Über 6.000 Beamte zur PKV und BU/DU beraten. 49 Google-Bewertungen – ausschließlich 5 Sterne. 500+ Top-Bewertungen bei Provenexpert von fairbeamtet.de gehören zu Sven Höhne.

Kein Verkaufsdruck. Keine leeren Versprechen. Du bekommst eine Empfehlung mit Begründung – bevor du unterschreibst.

Unsere meistgelesenen PKV-Guides für Beamte

Diese Artikel könnten dich interessieren

Vier Maskottchen-Figuren von fairbeamtet.de stehen nebeneinander. Ein Lehrer (oder evtl. ein Referendar = Beamtenanwärter), ein Richter, ein Polizist und ein Soldat. Im Hintergrund ist ein großer, blauer Kasten. In fetten, weißen Buchstaben steht geschrieben: PKV für Beamte. Die Maskottchen-Figuren symbolisieren vier typischen Berufsgruppen von Beamten. Es ist Beitragsbild für die Kategorie-Gruppe.

PKV für Beamte • Berufsgruppen

Das Maskottchen von Sven Höhne (fairbeamtet.de) steht mit einer Lupe in der Hand vor einem Graffiti. Es hat die Logos von Debeka, DBV, HUK Coburg, ARAG und der Signal Iduna gesprüht. Durch die Lupe sucht das Maskottchen nach Fehlern. Ein Symbolbild für den Test PKV Beamte. Im Hintergrund ist ein blauer Kasten. In weißes Schrift ist in dicken weißen Buchstaben geschrieben: "fairbeamtet.de testet die Beamtentarife der privaten Krankenversicherungen für Beamte - Wie gut sind die Tarife für Beamte von Debeka, DBV, HUK, Barmenia, ARAG, Signal Iduna und Co. für Beamte und Beamtenanwärter wirklich?"

Tests: PKV Tarife Beamte nach Gesellschaft

Das Maskottchen von Sven Höhne (fairbeamtet.de) steht mit zwei Modell-Maskottchen auf einem Bild. Das Maskottchen von Sven hält eine Scherpe mit der Aufschriftt "Miss PKV für Beamte" in der Mitte. Die beiden weiblichen Modell-Maskottchen zanken sich darum, wer Miss PKV für Beamte wird. Im Hintergrund ist ein blauer Kasten. In weißer Schrift steht geschrieben: PKV Vergleich für Beamte (Private Krankenversicherung Beamte Vergleich). Es ist das Titelbild/Beitragsbild für den Artikel.

PKV Vergleiche für Beamte

Ein blaues Beitragsbild mit der Überschrift „Private Krankenversicherung mit Vorerkrankungen“. Darunter steht ein erklärender Text zu häufigen Vorerkrankungen, Versicherbarkeit und Risikozuschlägen. Rechts ist eine 3D-Figur (Sven von fairbeamtet.de als Maskottchen dargestellt) mit Brille und Bart zu sehen, neben einem Infusionsständer mit Beutel; die Figur trägt einen Verband/Schiene am Bein.

PKV für Beamte mit Vorerkrankungen

Blaues Beitragsbild mit großer weißer Überschrift ‚PKV Tipps & Tricks‘; rechts steht das Maskottchen von fairbeamtet.de im Hoodie und schwingt einen Zauberstab, umgeben von pinken Sternen und einem magischen Bogen – symbolische Darstellung für clevere Tricks und praktische Spartipps zur privaten Krankenversicherung für Beamte.

PKV für Beamte • Tipps & Tricks

Das Maskottchen von Sven Höhne (fairbeamtet.de) steht in einem lila Zauberumhang (Wahrsager) und hält eine leuchtende Glaskugel in den Händen. Im Hintergrund ist ein blauer Kasten. In weißer Schrift steht darin: Beitragsentwicklung von PKV und GKV für Beamte. Darunter in pinker Schrift: Plus Beiträge im Alter.

Beitragsentwicklung PKV & GKV für Beamte

Cookie Consent mit Real Cookie Banner